Beim Bargeld platzt ihm Kragen – Bündner Gemeindepräsi sagt sorry

Redaktion
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Surselva,

Ende vergangener Woche sorgte ein emotionaler Ausbruch des Gemeindepräsidenten von Ilanz GR für grossen Wirbel. Nun hat er sich dafür entschuldigt.

marcus beer
Marcus Beer ist der Gemeindepräsident von Ilanz im Kanton Graubünden. - Gemeinde Ilanz/Glion

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Gemeindepräsident von Ilanz GR gelangte letztes Wochenende in die Schlagzeilen.
  • Auf eine Petition zur Bewahrung von Bargeld reagierte er gereizt.
  • Nun hat sich Marcus Beer entschuldigt. Er will nun die Vertrauensfrage stellen.

Dieser Auftritt hatte es in sich: Letzten Freitag wurde in der Bündner Gemeinde Ilanz eine Petition übergeben. 1686 Menschen fordern darin, dass die Parkgebühren auf allen öffentlichen Parkplätzen auch künftig mit Münz entrichtet werden können.

Zuvor wurde ein neues Konzept eingeführt, welches den ersatzlosen Abbau von Parkuhren zur Folge hatte. Diese hatten ihr technisches Lebensende erreicht. Gemäss der Gemeinde gibt es jedoch weiterhin mehrere Stellen, an denen die Parkgebühr mit Münz bezahlt werden kann.

Doch zurück zu der Übergabe: Bei dieser redete sich einer völlig in Rage – Gemeindepräsident Marcus Beer (parteilos).

bargeld
Die Diskussion um Bargeld erhitzt stets die Gemüter. (Symbolbild) - keystone

Der 64-Jährige sprach etwa von einer «Schande der Alten gegenüber den Jungen». Die Petition sei «zum Davonlaufen», die Petitionäre «verantwortungslos». Von dem Auftritt gibt es gar ein Video. Der «Blick» berichtete.

«Reaktion war emotional und unprofessionell»

Nun – mit etwas Abstand – hat sich der Gemeindepräsident zu dem Eklat geäussert. In einer Medienmitteilung sagt Marcus Beer: «Meine Reaktion war emotional und unprofessionell. Dafür entschuldige ich mich.»

Als Gemeindepräsident trage er die Verantwortung für einen «respektvollen und sachlichen Umgang». In diesem Moment sei es ihm jedoch nicht gelungen, dieser Rolle gerecht zu werden.

Sollte Bargeld immer auf allen öffentlichen Parkplätzen als Zahlungsmittel akzeptiert werden?

Neben der Entschuldigung kritisiert er aber auch die Filmaufnahmen, die von ihm ohne Einverständnis gemacht und an die Medien weitergeleitet worden seien.

Ebenso betont er, dass es sehr wohl, trotz neuer Parkordnung, weiterhin Parkierungsmöglichkeiten «für Personen, die eine digitale Bezahlung der Parkgebühren ablehnen», gebe.

Gemeindepräsi stellt Vertrauensfrage

Die Petition werde nun gemäss der Gemeindeverfassung von Ilanz behandelt. Zusätzlich kündigt Marcus Beer in der Medienmitteilung auch persönliche Konsequenzen an.

An der kommenden Sitzung des Gemeindeparlaments wolle er die Vertrauensfrage stellen. «Das Parlament wird darüber entscheiden können, ob ich für das Amt des Gemeindepräsidenten noch tragbar bin», so Beer.

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Kommentare

User #2528 (nicht angemeldet)

In der heutigen Zeit braucht es kein Bargeld mehr. Ich bi 50 Jahre alt und nutze es schon seit über 20 jahren nicht mehr. Noch nie hatte ich Probleme mit Karten u o neu jetzt Twint

User #9066 (nicht angemeldet)

Er hatte ja sowas von recht. Alleine schon das Leeren der Münzautomaten kostet viel Geld. Dazu kommen noch die Reparaturen durch Vandalismus oder Bruch-Diebstahl. Das Einfachste wäre ein Chip in jedem Auto, der automatisch zählt, wann und wo man parkiert. Touristen müssen diesen mieten mit Angabe von Kreditcard.

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