Bargeld? Bündner Gemeindepräsi redet sich in Rage
Die Stadt Ilanz GR liess gewisse Parkuhren entfernen, sehr zum Unmut einiger Menschen. Bei der Übergabe einer Petition eskalierte die Situation dann.

Das Wichtigste in Kürze
- In Ilanz GR schlägt eine Bargeld-Petition hohe Wellen.
- Diese fordert, dass Münz weiterhin auf allen öffentlichen Parkplätzen akzeptiert wird.
- Den Gemeindepräsidenten bringt dieses Anliegen gehörig auf die Palme.
Am Freitag wurde in der Bündner Kleinstadt Ilanz eine Petition übergeben. So weit, so normal. Doch dabei kam es zu einem regelrechten Eklat!
Hintergrund des Ganzen ist ein neues Parkierungskonzept, welches dazu führte, dass gewisse Parkuhren abgebaut wurden. Barzahlung ist an diesen Stellen nicht mehr möglich – digital schon.

Einem Komitee gelang es daraufhin, stolze 1686 Unterschriften gegen diese neue Praxis hinter sich zu versammeln. Auf allen öffentlichen Parkplätzen von Ilanz soll Bargeld als Zahlungsmöglichkeit bestehen bleiben, so die Forderung.
Gemeindepräsident platzt der Kragen
Dies bringt uns zurück zum bereits erwähnten Freitagmorgen, an dem ebendiese Petition der Gemeinde übergeben wurde.
Denn, wie der «Blick» berichtet, reagierte ein nicht unwesentlicher Gemeindevertreter höchst gereizt auf dieses Anliegen aus dem Volk.
Ausgerechnet Gemeindepräsident Marcus Beer liess seinem Unverständnis freien Lauf: «Eine solche Petition ist zum Davonlaufen.» Die Petitionäre bezeichnete er als verantwortungslos. Auch sprach er von einer «Schande der Alten gegenüber den Jungen.»

Beer schäme sich, zu dieser «selbstsüchtigen, verantwortungslosen Generation» zu gehören. Diese schaue stets nur auf sich selbst und nehme keine Rücksicht auf finanzielle Belastungen der Jungen.
Gemeinde: Parkuhren sind zu teuer – und werden nur spärlich genutzt
Zu ihrer Verteidigung hält die Gemeinde fest, dass die entfernten Parkuhren ihr technisches Lebensende erreicht hätten. Der Ersatz nur einer Parkuhr würde gegen 5000 Franken kosten.
Marcus Beer stellt klar, dass es immer noch mehrere Orte in der Stadt gebe, wo Barzahlung weiter möglich bleibt. Niemand würde diskriminiert.

Gemeindeschreiber Michael Spescha hält gemäss «Blick» fest, man habe bemerkt, dass einige Parkuhren nur sehr spärlich mit Münz bedient wurden.
Der Streit um das Bargeld ist somit noch lange nicht ausgefochten. Die Petitionäre drohen mit einer kommunalen Volksinitiative, sollte die Gemeinde nicht wie gewünscht innerhalb von drei Monaten reagieren.
Über den verbalen Rundumschlag des Gemeindepräsidenten sei man schockiert.








