Vorstoss im Bündner Parlament stoppt Ansiedlung von zwei Luchsen
Mit Vorstössen im Grossen Rat Graubünden hat die SVP-Fraktion ein Projekt zur Wiederansiedlung von zwei Luchsen in der Surselva vorübergehend gestoppt. Die Tiere sollten nach versehentlichen Abschüssen von drei Luchsen durch einen Wildhüter in Graubünden ausgesetzt werden.

In diesem Monat hätte die Kampagne zur Gefangennahme eines Exemplars im Kanton Jura beginnen sollen. Für 2028 war die Freilassung eines zweiten Tieres aus den Karpaten – aus Rumänien oder der Slowakei – geplant.
Das Projekt ist nun vorerst gestoppt, wie das SRF-Regionaljournal Graubünden berichtete. Dies bestätigte am Mittwoch Staatsrätin Carmelia Maissen (Mitte), Direktorin des Departements für Infrastruktur, Energie und Mobilität, gegenüber Keystone-SDA.
Grund für den Stopp sind zwei parlamentarische Vorstösse, die der Regierung in der Dezembersession vorgelegt wurden. Parlamentarier der SVP und der Mitte haben die Kantonsregierung aufgefordert, auf die Wiederansiedlung der beiden Luchse zu verzichten. Der Grosse Rat wird sich voraussichtlich im April mit den beiden Vorstössen befassen.
Walter Grass, Fraktionschef der SVP und Mitglied des Vorstands der Bündner Bauernvereinigung, äusserte sich besorgt über eine mögliche Zunahme von Angriffen auf Nutztiere.
Grünen-Präsidentin Anita Mazzetta kritisierte das Einmischen der Politik in diese Angelegenheit: «Erstens gab es Fehlschüsse, die Tiere müssen also ersetzt werden.» Zweitens habe das Bundesamt für Umwelt den Antrag des Kantons Graubünden bereits genehmigt, erklärte sie gegenüber SRF.
Die Luchspopulation in Graubünden wird auf 17 Exemplare geschätzt. Der Grossteil befindet sich in der Surselva. Auch im Calanda-Massiv, im Safiental, auf dem Heinzenberg, auf dem Schamserberg, in der Gemeinde Rheinwald und in Avers leben Exemplare. Immer häufiger werden Sichtungen im Engadin und im Val Bregaglia gemeldet. Letztes Jahr wurde nach über einem Jahrhundert erstmals wieder ein Luchs im Val Calanca gesichtet.










