Regiospital Surselva: Patient nachts entlassen – er kommt nicht heim
Ein Mann wird in den Notfall des Regionalspitals Surselva gebracht. Mitten in der Nacht folgt dann die Entlassung – aber er findet keinen Weg mehr nach Hause.

Das Wichtigste in Kürze
- Gegen das Regionalspital Surselva hat ein Mann schwere Vorwürfe erhoben.
- Er sei nachts nach der Entlassung in die «kühle Empfangshalle» gestellt worden.
- Zu dieser Zeit habe er keinen Weg mehr nach Hause gefunden.
- Das Spital bedauert den Vorfall.
Ein Patient des Regionalspitals Surselva in Ilanz GR ist unzufrieden. Anfang Januar musste er unter anderem aufgrund von massiven Kreislaufproblemen in den Notfall eingeliefert werden.
Eine Ambulanz brachte ihn von seiner Ferienwohnung in das Spital – doch der Heimweg gestaltete sich deutlich komplizierter...
Wie die «Südostschweiz» schreibt, wurde der Mann nach rascher Besserung um 1 Uhr nachts entlassen.
«Stellte mich in die kühle Empfangshalle»
Für den Patienten war dies jedoch in keiner Weise angenehm. Er erklärt gegenüber der Zeitung: «Man stellte mich in die kühle Empfangshalle, wo ich erfolglos versuchte, ein Taxi zurück in die Ferienwohnung zu bestellen.»
Hotels seien zu diesem Zeitpunkt keine erreichbar gewesen, der ÖV sei auch nicht mehr gefahren. Somit blieb dem Entlassenen nichts anderes übrig, als bis 6.30 Uhr im Wartebereich auf einem Stuhl auszuharren.
Auch sei von ärztlicher Seite in einem Bericht festgehalten worden, dass er sich gegen eine stationäre Aufnahme entschieden habe.
Eine Sichtweise, welcher der Mann vehement widerspricht. Er habe nie um Entlassung gebeten. Eher habe es eine «klare Ansage» gegeben, dass ein stationärer Aufenthalt medizinisch nicht nötig sei.
Erbost über dieses Verhalten des Spitals beschwerte sich der Mann prompt via E-Mail. Laut eigener Aussage kam trotz Bestätigung jedoch lange keine Antwort.
Das Spital dementiert, die Beschwerde einfach ignoriert zu haben. Eine Postsendung scheint das gewünschte Ziel wohl nicht erreicht zu haben.
Spital «bedauert» Vorfall
Somit wurde das Schreiben nochmals versandt – diesmal per E-Mail. Darin bestreitet das Spital gemäss «Südostschweiz» den Vorfall nicht.
«Wir bedauern sehr, dass Sie sich in der Situation der verspäteten Rückreiseorganisation alleingelassen fühlten.» Man nehme die Vorwürfe «sehr ernst», heisst es weiter.
Ebenso wolle das Spital künftig besser dafür sorgen, dass Patientinnen und Patienten bei nächtlicher Entlassung adäquat unterstützt werden.








