Aargauer Regierung setzt auf harte Auflagen statt neue Gesetze
Nach den Ausschreitungen beim Cup-Spiel zwischen dem FC Aarau und den BSC Young Boys im September 2025 setzt der Aargauer Regierungsrat auf eine konsequente Durchsetzung bestehender Gesetze statt neuer Regelungen. Auch sollen die Vereine in die Pflicht genommen werden.

Es waren hässliche Szenen, die sich am 20. September am Rande des Cup-Spiels zwischen dem FC Aarau und den BSC Young Boys (YB) abspielten. Fans der Berner Gäste verletzten mehrere Angehörige der Kantonspolizei und richteten massiven Sachschaden an. In der Politik lösten diese Vorfälle eine Welle der Entrüstung aus.
Der Aargauer Regierungsrat hat am Freitag in der Beantwortung der Interpellation von Mario Gratwohl (SVP) und weiteren Mitunterzeichnenden Stellung bezogen. Er betont unmissverständlich, dass ein solches Verhalten nicht toleriert werden dürfe und klare Zeichen gegen Gewalt im Umfeld von Fussballspielen gesetzt werden müssten.
Aus Sicht des Regierungsrats bieten das bestehende «Hooligan-Konkordat» sowie das Polizeigesetz genügend Spielraum für Massnahmen wie Rayonverbote, Wegweisungen oder Meldeauflagen. Um die Sicherheit zu gewährleisten, setze die Kantonspolizei auf ein Bündel an Massnahmen.
Dazu gehöre die Videoüberwachung der Marschroute zwischen dem Bahnhof Aarau und dem Stadion Brügglifeld bei Risikospielen. Zudem kommen mobile Trennzaunmodule, sogenannte «Fenceboxen», zum Einsatz, um ein Aufeinandertreffen rivalisierender Fangruppen zu verhindern. Das Einsatzkonzept werde nach jedem Risikospiel überprüft und laufend optimiert.
Dass die Behörden bereit sind, durchzugreifen, zeigte sich bereits beim Cup-Spiel des FC Aarau gegen den FC Sion im Dezember 2025. Dieses wurde nur unter strengen Auflagen bewilligt, darunter zusätzliche Videoüberwachung im Stadion und konsequente Personenkontrollen an den Eingängen.
Für den Regierungsrat ist klar, dass die Polizei die Sicherheit nicht alleine garantieren kann. Er fordert eine aktive Mitarbeit der Fussballverbände und Vereine. Diese müssten sich nicht nur öffentlich von Gewalt und Pyrotechnik distanzieren, sondern auch Zutrittskontrollen lückenlos durchführen und ihre eigenen Stadionordnungen konsequent durchsetzen.










