Aargauer Regierung hält an «Kunst am Bau» bei Tiefbauprojekten fest
Der Aargauer Regierungsrat lehnt eine Motion der SVP-Fraktion ab, welche künstlerische Interventionen bei Infrastrukturprojekten wie Brücken oder Tunneln stoppen wollte. Die Regierung betont den kulturellen Wert und die geringen Kostenanteile.

Der Regierungsrat stützt seine Ablehnung auf das kantonale Kulturgesetz, wie aus der am Freitag veröffentlichten Stellungnahme zur Motion hervorgeht. Dieses verpflichtet den Kanton dazu, das kulturelle Schaffen und die Verbreitung von Kunstwerken zu fördern.
Kunst im öffentlichen Raum hat laut Regierungsrat eine lange Tradition und gehört bereits seit der Antike zur Gestaltung von Strassen und Plätzen. Als prominente historische Beispiele führt die Regierung die Karlsbrücke in Prag oder die Kapellbrücke in Luzern an.
Im Aargau ist der Bereich für Kunst im Tiefbau auf Neubauten und grössere Umbauten von Brücken, Plätzen, Tunneln im Siedlungsgebiet sowie Ortsumfahrungen beschränkt. Im Aargauer Tiefbau seien in vergangenen 20 Jahren lediglich in Aarburg und an der Staffelegg zwei grössere Kunstprojekte realisiert worden.
Der Regierungsrat relativiert die Frage der Kosten. Zwar entstünden durch die Kunst zusätzliche Kosten, diese seien jedoch im Verhältnis zum Gesamtvolumen sehr gering. Bei den Projekten in Aarburg und an der Staffelegg betrugen die Kunstbeiträge demnach lediglich 0,41 Prozent oder 402'000 Franken beziehungsweise 0,46 Prozent oder 393'000 Franken der Gesamtkosten.
Gemessen am gesamten Investitionsvolumen des Tiefbaus von rund 3,1 Milliarden Franken in den letzten zwei Jahrzehnten sei der Anteil für Kunst daher «sehr gering».
Um künftig für noch mehr Klarheit zu sorgen, wird das Departement Bau, Verkehr und Umwelt eine Praxis aus dem Hochbau übernehmen: Die Beiträge für Kunst im öffentlichen Raum sollen bei künftigen Projekten innerhalb der Kredite separat ausgewiesen werden. Damit will die Regierung dem Auftrag des Kulturgesetzes weiterhin Rechnung tragen und gleichzeitig die nötige finanzielle Transparenz schaffen.










