Regierung

US-Regierung muss Sklaverei-Ausstellung wiederherstellen

Keystone-SDA
Keystone-SDA

USA,

Nach einer scharfen gerichtlichen Rüge gegen die US-Regierung haben Arbeiter in Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania mit der Wiederherstellung einer Ausstellung zur Sklaverei begonnen. Die Tafeln am Standort der Fundamente des historischen «President’s House», das in den 1790er Jahren als erstes Amtshaus der US-Präsidenten diente, waren im Januar auf Anweisung der Regierung von US-Präsident Donald Trump entfernt worden. Eine Bundesrichterin ordnete an, diese bis Freitag wieder vollständig anzubringen.

usa sklaverei
In den USA hat die Wiederherstellung einer Ausstellung zur Sklaverei begonnen. Zuvor gab es einen Streit zwischen der US-Regierung und den Gerichten. - keystone

In ihrer 40-seitigen Entscheidung zog die von dem republikanischen Ex-Präsidenten George W. Bush ernannte US-Bezirksrichterin Cynthia Rufe Parallelen zu George Orwells Roman «1984». «Als ob das Wahrheitsministerium aus George Orwells «1984» nun existierte«, müsse das Gericht klären, ob die Bundesregierung historische Wahrheiten «auseinandernehmen und zerlegen» dürfe. «Das darf sie nicht.»

Die Ausstellung thematisiert das Leben von neun Menschen, die von George Washington, dem ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten, während seiner Zeit im Präsidentenhaus in Philadelphia versklavt wurden. Die Tafeln waren Teil einer Gedenkstätte und beleuchten den Widerspruch zwischen den Idealen von Freiheit und der Realität der Sklaverei in der frühen Republik.

Richterin Rufe stellte fest, dass im Verfahren keine der beiden Parteien die historische Richtigkeit der Tafeln bestritten habe. Die Bundesregierung könne ihre Sichtweise an anderer Stelle frei vertreten, schrieb sie. Für eine Änderung der Ausstellung müsse sie aber die Stadt konsultieren.

Hintergrund ist eine Verfügung Trumps vom vergangenen März, in der er forderte, Darstellungen zu entfernen, die Amerikaner «unangemessen herabsetzen». Öffentliche Monumente sollten «moralisch aufrichtend» sein. Vertreter des Weissen Hauses erklärten im Dezember, die Amerikaner hätten «keine Geduld für Museen, die kein positives Bild der amerikanischen Geschichte vermitteln».

Die Stadt Philadelphia hatte gegen die Entfernung geklagt. Bürgermeisterin Cherelle Parker betonte, man werde zum 250. Jahrestag der US-Unabhängigkeit «mit Stolz feiern – einem Stolz, der daraus erwächst, unsere gesamte Geschichte und unsere gesamte Wahrheit anzuerkennen, so schmerzhaft sie auch sein mag». Die Bundesregierung legte gegen die Entscheidung Berufung ein. Das Gericht untersagte ihr jedoch vorläufig auch, neue Interpretationen der Geschichte am Standort zu installieren, solange der Rechtsstreit andauert.

Kommentare

User #1379 (nicht angemeldet)

Warum wird der parteilose George Washington, der seine Sklaven im Testament bedachte, in dem sie frei gelassen wurden, an den Pranger gestellt? Warum nicht der Demokrat Andrew Jackson, der 7. Präsident der Vereinigten Staaten? Er war ein bedeutender Sklavenhalter und Hauptverantwortlicher für die brutale Vertreibung der indigenen Bevölkerung im Südosten der USA, die als „Pfad der Tränen“ in die Geschichte einging. Jackson war ein entschiedener Befürworter dieser Zwangsumsiedlung. Vielleicht weil Philadelphia eine Demokraten- Bügermeisterin und Pennsylvania einen Demokraten-Gouverneur haben?

User #1591 (nicht angemeldet)

US-Regierung muss Sklaverei-Ausstellung wiederherstellen ¿¿¿¿¿¿¿¿ Die US-Regierung muss die Ausstellung über die Sklaverei in den USA wieder herstellen.

Weiterlesen

Spital
170 Interaktionen
Teuer
teaser
129 Interaktionen
Leserin hässig

MEHR IN POLITIK

Wolodymyr Selenskyj
2 Interaktionen
London
2 Interaktionen
Beirut/Tel Aviv
Krim
32 Interaktionen
Kiew
Armenien
4 Interaktionen
Eriwan

MEHR REGIERUNG

Peter Magyar
43 Interaktionen
Budapest
Nazi Aargau
10 Interaktionen
Deutscher im Aargau
Aargau
Wohnungen
3 Interaktionen
«Unangemessen»

MEHR AUS USA

Donald Trump
2 Interaktionen
Chippewa Falls
Xhaka
365 Interaktionen
Auch schon 2022
Meghan Markle
84 Interaktionen
Das sagen Experten