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    Zu wenig Schutz für Hinweisgeber: EU-Kommission verklagt Deutschland

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    Belgien,

    Die EU-Kommission hat Deutschland vor dem Europäischen Gerichtshof verklagt. Das Land soll Regeln zum Schutz von Whistleblower nicht vollständig umsetzen.

    whistleblower
    Bereits beim letzten Besuch einer Delegation vor drei Jahren machte die OECD auf den mangelhaften Whistleblower-Schutz der Schweiz aufmerksam. (Symbolbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die EU-Kommission reichte vor dem Europäischen Gerichtshof Klage gegen Deutschland ein.
    • Dem Land wird vorgeworfen, Regeln zum Schutz von Whistleblower nicht komplett umzusetzen.

    Die EU-Kommission verklagt Deutschland wegen unzureichendes Schutzes von Hinweisgebern vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH). Der Bundesrepublik wird vorgeworfen, Regeln zum Schutz von Menschen, die Verstösse gegen EU-Recht melden, nicht vollständig umgesetzt zu haben, wie die Kommission am Mittwoch mitteilte.

    Der EuGH kann Deutschland im Fall einer Niederlage zu einer Geldstrafe verurteilen. Neben Deutschland werden auch sieben weitere EU-Staaten verklagt.

    EU-Recht verpflichtet die Mitgliedstaaten eigentlich, Hinweisgebern geeignete Kanäle zur Verfügung zu stellen, über die sie vertraulich Verstösse gegen EU-Vorschriften melden können.

    «Damit soll ein zuverlässiger Schutz vor Repressalien etabliert werden», heisst es vonseiten der Kommission. Beim sogenannten Whistleblowing geht es um das Aufdecken und Weitergeben von Missständen oder kriminellen Machenschaften durch Insider, die meist als Mitarbeiter einen privilegierten Zugang zu Informationen haben.

    Neue Regeln

    Angesichts mehrerer Skandale wie dem Facebook-Datenleck oder den sogenannten Panama Papers, die erst durch Whistleblower öffentlich geworden waren, hatte sich die EU 2019 auf neue Regeln geeinigt.

    Die Vorgaben decken unter anderem Verstösse gegen EU-Recht im Bereich der Geldwäsche, der Unternehmensbesteuerung, beim Datenschutz, bei der Lebensmittel- und Produktsicherheit, beim Umweltschutz und der nuklearen Sicherheit ab.

    europäischer gerichtshof
    Die Frau erwägt nun, den Fall vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu bringen. - afp

    Konkret ist etwa vorgesehen, dass Whistleblower den Weg, wie sie die Verstösse melden, frei wählen können. Sie werden nicht verpflichtet, sich als Erstes an eine Stelle in ihrem eigenen Unternehmen zu wenden.

    Der Europaabgeordnete Rasmus Andresen (Grüne) kritisierte den Verweis an den Europäischen Gerichtshof als den «jüngsten Akt eines wahren Trauerspiels». «In Deutschland könnte es schon seit Jahren einen ausreichenden Whistleblower-Schutz geben», sagte er.

    Der Bundesrat hatte das sogenannte Whistleblower-Gesetz am Freitag gestoppt. Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU) erklärte, das Gesetz zum Schutz von Hinweisgebern gehe in seiner vorliegenden Fassung weit über die EU-Vorgaben hinaus.

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