Zehntausende trauern nach Anschlag in Pakistan
Nach dem tödlichen Selbstmordanschlag in Pakistan sind Zehntausende Menschen zu Trauerfeiern erschienen. An verschiedenen Orten nahe der Hauptstadt Islamabad strömten Menschenmassen zu den Begräbnisgebeten, wie Behördenvertreter erklärten. Einige Läden blieben nach Protestaufrufen am Samstag demnach geschlossen und Strassen menschenleer.

Unterdessen stieg die Zahl der Todesopfer auf 36, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hatte den Anschlag auf ein schiitisches Gemeindehaus in einem Vorort Islamabads für sich reklamiert. Dies gab das IS-Sprachrohr Amak über Telegram bekannt. Dort wurde auch ein Foto verbreitet, das den Selbstmordattentäter zeigen soll. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.
Neben den Toten wurden rund 170 Menschen bei dem Selbstmordanschlag verletzt. Sieben Verdächtige seien im Zusammenhang mit dem Attentat bei Razzien in der nordwestlichen Unruheprovinz Khyber-Pakhtunkhwa festgenommen worden, hiess es aus Sicherheitskreisen. Unter ihnen sollen auch Familienangehörige des mutmasslichen Täters sein. Mindestens ein militanter Extremist und zwei Sicherheitskräfte seien bei den Einsätzen getötet worden.
Die deutsche Botschafterin in Pakistan, Ina Lepel, hatte am Freitag nach dem Anschlag auf der Plattform X ihr Mitgefühl ausgedrückt. «Wir hoffen, dass die Verantwortlichen gefunden und vor Gericht gestellt werden. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien», wurde die Diplomatin zitiert.
In den vergangenen Jahren kam es in der Atommacht Pakistan wieder vermehrt zu Gewalt und Anschlägen. Die Terrormiliz IS hat dabei regelmässig brutale Anschläge gegen Schiiten verübt, die sie als Abtrünnige des Islams betrachten. Schiitische Muslime stellen etwa 20 Prozent der fast 250 Millionen Einwohner des südasiatischen Landes. Die Schia ist neben der Sunna die zweitgrösste Strömung im Islam. Im Nachbarland Iran ist sie Staatsreligion.














