Welt im Krisenmodus: Militärausgaben erreichen Rekord

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Schweden,

Noch nie hat die Welt so viel Geld für das Militär ausgegeben wie 2025. Angetrieben von zahlreichen Kriegen und Konflikten erreichten die globalen Militärausgaben dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri zufolge im elften Jahr in Folge einen neuen Höchststand.

Die Welt gibt weiter Rekordsummen fürs Militär aus – getrieben von Kriegen, Unsicherheit und geopolitischen Spannungen. (Archivbild)
Die Welt gibt weiter Rekordsummen fürs Militär aus – getrieben von Kriegen, Unsicherheit und geopolitischen Spannungen. (Archivbild) - Keystone/DPA/SVEN HOPPE

Trotz des Rückgangs blieben die USA das Land mit den mit Abstand grössten Ausgaben für das Militär (umgerechnet knapp 814 Milliarden Euro). In Zukunft dürfte die Zahl zudem wieder nach oben gehen, sagte Sipri-Experte Diego Lopes da Silva: «Die USA haben bereits Pläne zur Erhöhung ihrer Militärausgaben angekündigt.»

Dass die globalen Militärausgaben 2025 insgesamt erneut gestiegen sind, ist laut den Forschern vor allem auf die Aufrüstung in Europa zurückzuführen. Die Ausgaben der europäischen Staaten stiegen im vergangenen Jahr um 14 Prozent.

Die Ungewissheit, inwiefern ihnen die USA als verlässlicher Nato-Partner in Zukunft zur Seite stehen werden, habe sicher für viele Länder eine Rolle gespielt, meinte da Silva. «Wenn man sieht, dass sich die internationale Sicherheit verschlechtert, schafft das eine Atmosphäre der Unsicherheit – und um sich sicherer zu fühlen, stecken die Staaten mehr Geld in ihr Militär.»

Während die Schweiz auf Platz 37 (mit umgerechnet rund 6 Milliarden Franken) landete, führte Deutschland das Ranking auf Platz vier der Länder mit den höchsten Ausgaben an – hinter den USA, China und Russland.

Russland und die Ukraine gaben im vierten Jahr des Kriegs erneut mehr Geld für das Militär aus. In der Ukraine machten die Militärausgaben ganze 40 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus – ein noch grösserer Anteil als 2024. Mehr als 60 Prozent der Staatsausgaben steckte das Land Sipri zufolge in sein Militär. «Das ist ein enormer Anteil der öffentlichen Ausgaben, und es ist schwer vorstellbar, wie der noch weiter steigen könnte, ohne dass die Bereitstellung grundlegender öffentlicher Leistungen darunter leidet», sagte da Silva.

Auch in vielen asiatischen Ländern wie China, Japan, Taiwan, Indien und Pakistan machten die Militärausgaben angesichts zahlreicher Konflikte und Spannungen erneut einen Satz. Im Nahen Osten stiegen sie 2025 dagegen nur leicht an. In Israel sanken die Ausgaben sogar, was die Sipri-Forscher «auf eine Verringerung der Intensität des Krieges im Gazastreifen nach dem Waffenstillstandsabkommen mit der Hamas im Januar 2025» zurückführen.

Im Iran gingen die Militärausgaben aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage inflationsbereinigt sogar zurück. Ohne Berücksichtigung der hohen Inflation stiegen sie nach Sipri-Angaben. «Allerdings unterschätzen die offiziellen Zahlen mit ziemlicher Sicherheit die tatsächlichen Ausgaben», so Sipri-Expertin Zubaida Karim. «Der Iran nutzt auch nicht im Haushalt ausgewiesene Öleinnahmen zur Finanzierung seines Militärs, einschliesslich der Produktion von Raketen und Drohnen.»

Auch 2026 dürfte sich der Trend steigender Militärausgaben fortsetzen, schätzt Sipri-Forscher da Silva. «Es gibt derzeit weltweit sehr, sehr viele Konflikte. Und es ist sehr schwer vorstellbar, dass sich die Lage innerhalb eines Jahres so weit verbessern wird, dass sich dieser Trend umkehrt.»

Der jährlich erscheinende Sipri-Bericht zu den Militärausgaben in aller Welt gilt als umfassendste Datensammlung dieser Art. Zu den Ausgaben zählen die Friedensforscher auch Aufwände für Personal, Militärhilfen sowie militärische Forschung und Entwicklung

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Kommentare

User #5053 (nicht angemeldet)

Ich habe keine Krise. Im Gegenteil. Vielleicht weil ich nie bei der Schafherde war.

User #2435 (nicht angemeldet)

Nichts hat jemals mehr die Wirtschaft angekurbelt als Krieg! Und nur um die Wirtschaft geht es ja all unseren Politikern! Ergo, alles genau so gewollt! Klingt Beschissen, aber ist leider die reine Wahrheit.

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