«Welle personeller Veränderungen» in Kiew vor Verhandlungen

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Ukraine,

Vor heute in Kiew geplanten Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs hat Präsident Wolodymyr Selenskyj seinen Verteidigungs- und Sicherheitsapparat teils neu aufgestellt.

ARCHIV - Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident, spricht während des Deutsch-ukrainischen Wirtschaftsforums. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
ARCHIV - Wolodymyr Selenskyj, ukrainischer Präsident, spricht während des Deutsch-ukrainischen Wirtschaftsforums. Foto: Sebastian Gollnow/dpa - Keystone/dpa/Sebastian Gollnow

Er ernannte den bisherigen Militärgeheimdienstchef Kyrylo Budanow zum Chef seines Präsidentenamtes. Der 39 Jahre alte Budanow war schon bisher in die Friedensgespräche eingebunden. Zudem kündigt Selenskyj erneut einen Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums an.

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew kommen heute nationale Sicherheitsberater zusammen, um über die weitere Unterstützung des von Russland angegriffenen Landes zu beraten. Selenskyj zufolge haben 15 Länder sowie Vertreter von EU und Nato ihre Teilnahme zugesagt. Das US-Team wird demnach online zugeschaltet.

Selenskyj erwartet Fortschritte beim schwierigen Thema Sicherheitsgarantien für sein Land. Diese gelten als zentral in einem möglichen künftigen Friedensabkommen, um Kiew einen zuverlässigen Schutz vor neuen russischen Angriffen zu gewährleisten. Dazu müssten noch Details geklärt werden, sagte Selenskyj. Die Gespräche gelten als wichtige Vorbereitung für ein geplantes Gipfeltreffen der Unterstützerstaaten der Ukraine aus der sogenannten Koalition der Willigen am Dienstag in Paris.

Seit Wochen laufen die von US-Präsident Donald Trump angestossenen Friedensverhandlungen intensiv. Ein Ende des seit fast vier Jahren andauernden russischen Angriffskriegs zeichnet sich aber nicht ab. Für eine Friedensvereinbarung ist vor allem auch weiter die Kernfrage um die von Russland geforderten Gebietsabtretungen offen. Einen solchen Verzicht lehnt Kiew ab. Zudem sitzt Russland nicht mit am Verhandlungstisch.

Selenskyj kündigte zudem an, einmal mehr auch den Posten des Verteidigungsministers neu zu besetzen. Der Vizeregierungschef und Minister für digitale Transformation, Mychajlo Fedorow, soll das Amt von Denys Schmyhal übernehmen, wie er sagte. Der 34 Jahre alte Fedorow ist Spezialist für Drohnen und Digitalisierung. Das Parlament muss der Personalie zustimmen.

Schmyhal war erst im Sommer als Regierungschefs entlassen und anstelle von Rustem Umjerow als Verteidigungsminister eingesetzt worden. Umjerow ist Chefunterhändler bei den Friedensgesprächen. Schmyhal solle eine andere, für die Stabilität des Landes nicht weniger wichtige Aufgabe übernehmen, sagte Selenskyj.

«Ich habe beschlossen, die Arbeitsweise des Verteidigungsministeriums zu ändern», sagte Selenskyj. Fedorow beschäftige sich intensiv mit dem Einsatz von Drohnen in dem Krieg und arbeite sehr effektiv an der Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen und Prozesse. Selenskyj sagte weiter, hilfreiche Veränderungen müssten umgesetzt werden. Auch die militärische Ausbildung solle erneuert werden gemäss der an der Front gesammelten Erfahrungen.

Die Personalien sind Teil einer von Selenskyj angestossenen Neuaufstellung des Verteidigungs- und Sicherheitsapparats in der Ukraine. «Heute haben wir einen grundlegenden Neustart begonnen – interne Veränderungen, damit die Ukraine stabiler wird», sagte Selenskyj. Wegen Problemen in der Vergangenheit gebe es eine «Welle personeller Veränderungen». Weitere sollen demnach folgen, darunter auch ein neuer Leiter der Grenztruppen.

Selenskyj machte Budanow zum neuen Chef seiner Präsidialkanzlei, nachdem seine bisherige rechte Hand auf dem Posten, Andrij Jermak, im Zuge eines Korruptionsskandals zurückgetreten war. Russland betrachtet Budanow nach einer Vielzahl tödlicher Bombenattentate auf Generäle als Terroristen, als einen der wichtigsten Feinde.

Budanows Nachfolge beim Militärgeheimdienst HUR übernimmt Auslandsgeheimdienstchef Oleh Iwaschtschenko. Der 56 Jahre alte Generalleutnant solle in der neuen Aufgabe weiter an der wirtschaftlichen Schwächung Russlands und an der Einschränkung von Moskaus Militärpotenzial arbeiten, teilte Selenskyj mit.

Kommentare

User #6021 (nicht angemeldet)

Warum Präsident Wolodymyr Selenskyj bleibst immer noch im Amt und darum Putin darf weiter schwer bombardierst sein.

User #3470 (nicht angemeldet)

Russland steht derzeit vor einigen Herausforderungen. Wie bereits erwähnt, scheint Russland von der Flexibilität der Ukraine überrascht zu sein. Die Versuche, die ukrainische Regierung zu beeinflussen, waren bisher nicht erfolgreich. Auch als Schutzmacht von Venezuela musste Russland einen herben Rückschlag einstecken. Die vom Kreml gelieferten Flugabwehrsysteme haben sich, ähnlich wie im Iran, als nicht einsatzfähig erwiesen.

Weiterlesen

Skifahrer Helm
237 Interaktionen
Zahlen
Schweizer Pass
Einbürgerungen

MEHR IN POLITIK

Aline Trede
«Weil ich grün bin»
macron trump
28 Interaktionen
Unangemessen
5 Interaktionen
Rom/Bern
20 Interaktionen
Rom

MEHR AUS UKRAINE

12 Interaktionen
Kiew
3 Interaktionen
Tscherkassy
Ukraine Selenskyj
14 Interaktionen
Kiew
Wadephul
8 Interaktionen
Kiew