Röstigraben beim Skihelm – vor allem Männer tragen keinen
Auf Schweizer Pisten ist der Helm längst üblich. Doch in der Romandie fahren deutlich mehr ohne Kopfschutz als in der Deutschschweiz.

Das Wichtigste in Kürze
- In der Schweiz tragen rund 95 Prozent der Schneesportler einen Helm.
- In der Romandie fahren mehr Personen ohne Kopfschutz als in der Deutschschweiz.
- Frauen und Kinder sind häufiger mit Helm unterwegs als Männer.
Wer in den letzten Jahren auf den Schweizer Skipisten unterwegs war, dem ist wohl aufgefallen: Für die allermeisten gehört das Tragen eines Helmes immer mehr dazu.
Doch auch wenn die meisten Schneesportlerinnen und Schneesportler mit Kopfschutz unterwegs sind, gibt es Ausnahmen. Und in Schweizer Skigebieten fällt auf: Viele der «ungeschützten» Ski- und Snowboardfahrerinnen und -fahrer sprechen französisch.
Röstigraben beim Helmtragen
Gibt es also einen Röstigraben, was das Tragen eines Helmes angeht? Schützen sich Romands etwa schlechter vor Verletzungen als Deutschschweizer? Nau.ch hat nachgefragt.
Zahlen der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) von 2021/22 zeigen, dass schweizweit rund 95 Prozent mit Helm fahren. Besonders vorbildlich sind Kinder und Jugendliche. Bei ihnen liegt die Quote seit Jahren praktisch bei 100 Prozent.
Die Zahlen der BFU bestätigen aber tatsächlich einen Röstigraben beim Helmtragen. Denn in der Romandie wird häufiger ohne Kopfschutz gefahren als in der Deutschschweiz.
In der Deutschschweiz tragen 97 Prozent einen Helm, während es in der Romandie nur 88 Prozent sind.
Frauen vorsichtiger als Männer
Doch nicht nur die Region macht einen Unterschied, auch das Geschlecht spielt dabei eine Rolle. 97 Prozent der Frauen tragen einen Helm.
Bei den Männern sind es weniger. Immerhin greifen 93 Prozent der männlichen Schneesportler zum Kopfschutz.
Ein Blick zurück zeigt zudem: Vor 15 Jahren lag die Helmquote insgesamt erst bei 81 Prozent. Schon damals waren Frauen jedoch häufiger mit Helm unterwegs als Männer.
Die BFU betont seit Jahren die Bedeutung des Helms beim Schneesport. Er kann ein Drittel der Kopfverletzungen verhindern. Und: Wenn es zu einer Verletzung kommt, kann er deren Schwere reduzieren.
Der Helm bleibt somit eine der einfachsten und wirksamsten Schutzmassnahmen.
Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva) betont die klare Schutzwirkung von Schneesporthelmen ebenfalls. Auch sie bestätigt: «Helme können rund ein Drittel aller Kopfverletzungen verhindern.»
Die Suva empfiehlt deshalb klar, beim Skifahren und Snowboarden konsequent einen Helm zu tragen. Und egal auf welcher Seite des Röstigrabens man unterwegs ist, klar ist: Der Helm kann Leben retten.
Fast 1000 Schädel-Hirn-Verletzungen
Wie Zahlen der Suva zeigen, wurden zwischen 2020 und 2024 insgesamt 34'573 Schneesportunfälle registriert. Davon erlitten 977 – also rund 2,8 Prozent – eine Schädel-Hirn-Verletzung.
Mit 20'006 Unfällen waren Männer häufiger betroffen als Frauen. Interessant: Trotz der höheren Helmtragquote bei Frauen kam es zu mehr weiblichen Schädel-Hirn-Verletzungen. 517 Frauen erlitten eine Kopfverletzung, Männer traf es 460 Mal.
















