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Wegen Trump-Frust: Mehrheit der Kanadier will in die EU!

Antun Boskovic
Antun Boskovic

Kanada,

Laut einer Umfrage hält die Mehrheit der Kanadier die USA unter Donald Trump für keinen verlässlichen Partner mehr. Sie wären offen für einen EU-Beitritt.

EU Kanada
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, der kanadische Premierminister Mark Carney und der Präsident des Europäischen Rates, Antonio Costa. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit Zöllen und Drohungen setzt Donald Trump den Nachbarstaat regelmässig unter Druck.
  • In einer Umfrage sprechen sich 57 % der Kanadier dafür aus, einen EU-Beitritt zu prüfen.
  • Ein Politologe hält eine EU-Mitgliedschaft für «sehr unwahrscheinlich».

Seit seinem Amtsantritt Anfang letzten Jahres setzt US-Präsident Donald Trump Kanada regelmässig unter Druck. Sei es mit Zöllen oder der Drohung, aus dem Nachbarland den «51. Bundesstaat» der USA zu machen.

Dies scheint auch Auswirkungen auf das kanadische Volk zu haben. Denn laut «Politico» zeigt eine neue Umfrage: 58 Prozent der Kanadier sehen in den USA keinen verlässlichen Partner mehr. Nur 37 Prozent sehen den südlichen Nachbarn unter Trump noch als Verbündeten.

Hältst du einen EU-Beitritt Kanadas für realistisch?

Und: 57 Prozent sprechen sich dafür aus, eine EU-Mitgliedschaft zumindest zu prüfen! Nebst dem Frust über die USA unter dem aktuellen Präsidenten stehen auch wirtschaftliche Sorgen im Vordergrund.

«Warum nicht»

Während der kanadische Premierminister und Trump-Kritiker Mark Carney das bisher nicht kommentierte, sorgt es zumindest in Frankreich für Diskussionen. «Warum nicht», sagt demnach etwa der französische Aussenminister Jean-Noël Barrot über die Idee einer kanadischen EU-Mitgliedschaft.

Doch wie realistisch wäre ein EU-Beitritt Kanadas tatsächlich? «Sehr unwahrscheinlich», erklärt Politikwissenschaftler Scott Erb gegenüber der «Bild».

Potenzial für vertiefte transatlantische Handelsabkommen sehe er wegen des aktuellen Zollstreits mit Trump aber allemal. «Dass diese Debatte überhaupt geführt wird, zeigt tiefes Misstrauen vieler Kanadier gegenüber den USA unter Präsident Trump», erklärt Erb.

Zugang «zu Jobs und Chancen in ganz Europa» entscheidend

Jonathan Cristol, Experte für internationale Sicherheit, sieht aber nicht in Trump den Hauptgrund für das kanadische Interesse an der EU. Für die Kanadier sei in erster Linie der Zugang «zu Jobs und Chancen in ganz Europa» entscheidend.

Die konservative kanadische Zeitung «National Post» spricht hingegen von einer «strategisch unsinnigen und extrem dummen» Idee. Denn: Kanadas Wirtschaft sei eng mit den USA verflochten. Ein EU-Beitritt würde die Handelsstrukturen verkomplizieren.

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Kommentare

User #8665 (nicht angemeldet)

SVP-Parmelin reiste 2021 nach Brüssel, um die Verhandlungen mit der EU zu beenden. Zwei Jahre später griff er dann zum Hörer und rief Brüssel an, weil er doch wieder verhandeln wollte. Weiss die SVP eigentlich, was sie will?

User #2103 (nicht angemeldet)

Wer`s glaubt wird selig. Aber Papier und Umfragen sind ja bekanntlich geduldig...

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