Clan-Chats: Linke jammern über «rassistische Kampagne» gegen Koçak
Die Linken gehen in der Koçak-Affäre in die Offensive und sprechen von einer «rassistischen Kampagne». Migranten würden unter Generalverdacht gestellt.

Das Wichtigste in Kürze
- Ferat Koçak steht wegen Fotos und veröffentlichter Chats mit Firas Remmo politisch unter Druck.
- Ein Linken-Kreisverband spricht von einer «rassistischen Kampagne» und wirft den Kritikern «rassistische Doppelmoral» vor.
- Koçak legt seine Parteiämter vorerst nieder.
Der Berliner Linken-Politiker Ferat Koçak steht massiv unter Druck. Immer neue Details sorgen für Aufregung. Und jetzt sprechen die Genossen plötzlich von einer «rassistischen Kampagne».
Auslöser sind die Vorwürfe rund um Fotos und Chats mit Clan-Sohn Firas Remmo. Hinzu kommen weitere Vorfälle, die Koçak politisch unter Druck setzen.

Nun geht «Die Linke» in Stuttgart in die Offensive. Der dortige Kreisverband spricht auf Facebook von einer «rassistischen Kampagne» gegen Koçak und wirft den Kritikern «rassistische Doppelmoral» vor.
Linke spricht von Generalverdacht
Koçak werde als «Clankrimineller» bezeichnet, schreibt der Verband. Menschen mit Migrationshintergrund würden dadurch unter einen Generalverdacht gestellt.
Dabei verweist die Partei auf einen Vorfall aus dem Januar 2025: Damals besuchte Clan-Chef Issa Remmo gemeinsam mit einer arabischen Gemeinde-Gruppe das Berliner Abgeordnetenhaus. Organisiert wurde die Führung über den CDU-Abgeordneten Christian Zander.

Der CDU-Politiker erklärte anschliessend, er habe nicht gewusst, dass sich Remmo unter den Teilnehmern befand. Hätte er davon gewusst, hätte er ihn sofort ausgeladen. Remmo sei nicht namentlich auf der Einladungsliste gestanden.
«Wir stellen uns gegen diese rassistische Doppelmoral und an die Seite unserer migrantischen Genoss*innen!», heisst es auf Facebook. Der Fall Ferat zeige, wie tief Rassismus in Deutschland verankert sei.
Koçak verharmloste Clans als «hysterische Dauerdebatte»
Doch worum geht es bei den Vorwürfen gegen Ferat Koçak konkret?
Da sind zunächst die Fotos: Koçak mit einem umstrittenen Palästina-Aktivisten auf der Wahlparty. Dann weitere Aufnahmen – diesmal neben Clan-Chef Issa Remmo.
Dann tauchen plötzlich Chats auf. Am Montag veröffentlichte Remmos Sohn Firas auf Instagram den Nachrichtenverkehr mit Koçak, der für die Linke im Bundestag sitzt.
Und eine Nachricht hat es besonders in sich. Koçak schrieb an Firas Remmo: «Grüsse mit Respekt zurück an deinen Vater.»

Doch damit nicht genug. Koçak bat den Remmo-Sohn offenbar auch, eine seiner Reden über «Clans» zu verbreiten.
Seine Worte: «Bruder hilf mir mal das hier zu verbreiten. Sagt allen euren Leuten, die sollen das teilen bitte.»
Die Antwort von Firas Remmo? Kurz und eindeutig: «Gerne Bruder.» In der Rede selbst bezeichnete Koçak die Debatte über Clans als «hysterische Dauerdebatte».
Ferat Koçak wehrt sich gegen Vorwürfe
Der Linken-Politiker erklärt, er habe die Hintergründe der Personen auf den Fotos nicht gekannt. Von Inhalten, die Gewalt verherrlichen, distanziert er sich.
Zu den veröffentlichten Chats sagt Koçak: «Die Berichte über Chatverläufe zwischen mir und Firas Remmo haben die Öffentlichkeit verunsichert. Zu Recht: Kontakte von Mandatsträgern zu Personen, die der organisierten Kriminalität zugerechnet werden, sind durch nichts zu rechtfertigen.»

Er betont allerdings, dass er jede Woche mit «Hunderten von Menschen aus Neukölln» schreibe. «Und ich habe mit ihm geschrieben, wie mit jedem anderen Neuköllner auch, und seinen Vater mit Höflichkeit zurückgegrüsst.»
Die Affäre hat Folgen. Koçak legt seine Parteiämter und Funktionen vorerst nieder und übt seine Aufgaben innerhalb der Partei damit vorübergehend nicht aus.
Verfahren wegen mutmasslicher Urkundenfälschung
Und es ist nicht der einzige Ärger, mit dem Koçak derzeit zu kämpfen hat. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Linken-Abgeordneten wegen des Verdachts der Urkundenfälschung.
Hintergrund ist ein von ihm inszenierter «Ferat-Tausch». Dabei sollte ein Bürger für einen Tag in die Rolle eines Bundestagsabgeordneten schlüpfen. Auch ein selbst gebastelter Bundestagsausweis wurde dabei gezeigt.
Für Koçak war der Ausweis eine Requisite. Er sei grün gefärbt und damit klar von den offiziellen grauen Abgeordnetenausweisen zu unterscheiden gewesen.












