Der frühere spanische Vizeregierungschef Pablo Iglesias stürmte aus einer Live-Debatte. Eine politische Gegnerin zweifelte daran, dass er bedroht worden war.
Wahldebatte in Spanien
Pablo Iglesias (l-r), Kandidat von Unidas Podemos für die Präsidentschaft von Madrid, Rocio Monasterio, Kandidatin der rechtspopulistischen Partei Vox, Angel Gabilondo, Kandidat der sozialistischen Partei PSOE, Edmundo Bal, Kandidat von Ciudadanos (Cs), und Monica Garcia, Kandidatin von Mas Madrid, sitzen in einem Radiostudio, bevor eine Wahldebatte beginnt. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Kürzlich wurden vier Kugeln an Unidas-Podemos-Chef Pablo Iglesias geschickt.
  • Die Kandidatin der Partei Vox, Rocío Monasterio, zweifelte an der Echtheit der Drohung.
  • Iglesias liess sich diesen Vorwurf in einer Talkshow nicht gefallen.

Eine Live-Debatte im spanischen Radiosender Cadena Ser vor der Regionalwahl in der Region Madrid ist am Freitag nach einem heftigen Wortgefecht abgebrochen worden.

Der Spitzenkandidat der linken Partei Unidas Podemos und frühere spanische Vizeregierungschef Pablo Iglesias verliess die Runde erbost wegen Äusserungen der Kandidatin der rechtspopulistischen Partei Vox, Rocío Monasterio.

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Die vier Kugeln waren an den Führer der Partei Unidas Podemos, Pablo Iglesias, adressiert. - dpa

Sie hatte Zweifel geäussert, dass Iglesias ebenso wie der Innenminister und die Polizeichefin tatsächlich eine Morddrohung gegen sich und seine Familie in Form von per Post zugesandten Kugeln erhalten habe. Iglesias forderte sie auf, das zurückzunehmen, sonst werde er die Diskussion verlassen. Lächelnd antwortete die Vox-Politikerin: «Wenn du Mut hast, steh doch auf und verschwinde. Komm schon, ich bin froh, dass du gehst.»

Debatte läuft weiter

Die Moderatorin der Debatte, Àngels Barceló, versuchte noch, Iglesias zum Bleiben zu bewegen. Und sich «gegen die Provokation der Ultrarechten» zu verteidigen. Zugleich rief sie der Vox-Kandidatin zu, «dies sei hier kein Spektakel, sondern eine Diskussion unter Demokraten». Daraufhin warf ihr Monasterio vor, sie sei «parteiisch».

Iglesias erklärte: Er werde von nun an überhaupt nicht mehr mit «Ultrarechten» diskutieren, die mit solchen Debatten nur hoffähig gemacht würden. Die anderen Kandidaten diskutierten noch eine zeitlang weiter und brachen die Debatte dann auch ab. Monasterio bezeichnete sich als Opfer einer «Diktatur» des Senders.

Die Regierungschefin der Region Madrid, Isabel Díaz Ayuso von der konservativen Volkspartei (PP), hatte nicht an der Debatte teilgenommen. Umfragen zufolge dürfte sie bei der Wahl am 4. Mai zwar die meisten Stimmen holen, könnte jedoch auf eine Tolerierung durch Vox angewiesen sein.

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