Möglicher Kollisions-Grund: «Defekt am Rollmaterial»
Am Sonntagabend kamen bei einem Zugunglück in der Nähe der spanischen Stadt Córdoba mindestens 39 Menschen ums Leben.

Das Wichtigste in Kürze
- Nahe der spanischen Stadt Córdoba kam es am Sonntagabend zu einem Zugunglück.
- Ein Hochgeschwindigkeitszug entgleiste und krachte in einen anderen Zug.
- Mindestens 39 Menschen sterben.
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In der Nähe der spanischen Stadt Córdoba hat sich am Sonntagabend ein schweres Zugunglück ereignet. Bei der Kollision zweier Züge sind mindestens 39 Menschen gestorben.

Weitere 152 Personen sind verletzt, teilweise schwer. Die Rettungs- und Räumungsarbeiten werden noch immer fortgesetzt.
Mit dem Nau.ch-Ticker bleibst du auf dem Laufenden.
Erste Unfall-Analyse konzentriert sich auf Räder
10.42: Eine erste Analyse des Unfalls konzentriert sich gemäss César Franco, Präsident des Generalrats der Industrieingenieure, auf die Räder des entgleisten Zuges.

In der «Hora de la 1» erkläre Franco: «Die Räder eines Zuges sind nicht zylindrisch, was dazu führt, dass der Zug automatisch auf die Gleise fokussiert.» Bei einem Raddefekt bei 200 Stundenkilometern sei der Manöverspielraum minimal.
Bundesrat Parmelin solidarisiert sich nach Zugunglück mit Spanien
10.38: Bundespräsident Guy Parmelin hat sich am Montag betroffen gezeigt vom Zugunglück von Andalusien. Die Schweiz sei in Gedanken bei den Opfern, ihren Familien und dem gesamten spanischen Volk, teilte er auf der Plattform X mit.
«Tief betroffen» zeigte sich auch Europarats-Generalsekretär und alt Bundesrat Alain Berset. «Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Familien und Angehörigen sowie allen, die in diesem schmerzhaften Moment betroffen sind», liess er auf X verlauten.
Defekt am Rollmaterial oder an Infrastruktur könnte Kollisions-Grund sein
10.35: Offenbar könnte ein Defekt am Rollmaterial oder der Infrastruktur zum Unglück in Spanien geführt haben. Wie Álvaro Fernández Heredia, Präsident des Bahnunternehmens Renfe zum Radiosender Cadena SER sagt, lag der Unfall nicht an überhöhter Geschwindigkeit.
Die beiden Züge, die kollidierten, seien weniger schnell als erlaubt gefahren. «Die Strecke ist mit einem Sicherheitssystem ausgestattet, das menschliches Versagen verhindert», sagt Heredia. «Es muss sich also um einen Defekt am Rollmaterial oder an der Infrastruktur gehandelt haben»
Regierungspräsident verzichtet auf WEF-Teilnahme
10.23: Der spanische Regierungspräsident Pedro Sánchez seine Teilnahme am Weltwirtschaftsforum in Davos GR abgesagt. Zusätzlich habe er seine gesamte Agenda für Montag gestrichen, um sich dem Zugunglück zu widmen.
Opferzahl könnte noch weiter steigen
10.08: Der Präsident der Junta de Andalucía, Juan Manuel Moreno Bonilla, schliesst nicht aus, dass die Zahl der Opfer noch weiter steigen wird.
Die Identifikation der Opfer erweise sich als schwierig. «Man kann schwangere Frauen finden, man kann Grosseltern finden, man kann Kinder finden», sagt Bonilla. " Und hinter jedem Verlust liegt ein Riss, eine riesige Narbe, die schwer zu ertragen ist.«

Gegenüber RTVE bestätigte er, dass sich derzeit 11 Personen auf der Intensivstation in andalusischen Spitälern befinden würden. Ein Minderjähriger befindet sich gemäss Bonillas Angaben im kritischen Zustand.
«Dem EDA liegen derzeit keine Informationen über Schweizer Opfer vor»
09.35: Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA habe Kenntnis vom Zugunglück, heisst es auf Anfrage. Die Schweizer Vertretung in Madrid stehe in Kontakt mit den zuständigen Behörden vor Ort.
«Dem EDA liegen derzeit keine Informationen über Schweizer Opfer vor. Entsprechende Abklärungen sind im Gang.» Schweizerische Staatsangehörige vor Ort seien gehalten, die Anweisungen der lokalen Behörden zu befolgen.
Augenzeugen berichten: «Schreie, weinende Kinder, Blut»
09.30: Nach dem erschütternden Unglück in Spanien berichten Augenzeugen von dem Moment des Zusammenpralls der beiden Züge.
Der Journalist Salvador Jiménez erzählt gegenüber RTVE, dass es «eine sehr plötzliche Bewegung» gegeben habe. Es habe «wie ein Erdbeben» ausgesehen. Das Zugpersonal habe sich sofort erkundigt, ob es medizinische Fachleute an Board gebe.

Die Passagierin María Jiménez erinnert sich sichtlich bewegt: «Es war wie in einem Horrorfilm.» Noch immer glaube sie, jeden Moment aus einem bösen Traum aufzuwachen.
Eine weitere junge Frau kämpfte im Interview des TV-Senders mit den Tränen, als sie den Alptraum beschrieb, den sie im Iryo-Unglückszug erlebte.
«Es gab eine Vollbremsung, es wurde stockdunkel. Ich fiel kopfüber aus dem Sitz. Menschen und Gepäck flogen durch die Luft, es gab Schreie, weinende Kinder, Blut. Ich fühle mich, als wäre ich neu geboren.»
Noch 48 Verletzte in Spitälern
09.09: Nach dem Zugunglück in Adamuz sind insgesamt noch 48 Personen in Spitälern, darunter fünf Minderjährige. 74 Personen konnten mittlerweile wieder entlassen werden.
Letzte Inspektion des Zuges am 15. Januar
08.17: Der verunglückte Zug wurde offenbar erst 2022 hergestellt. Die letzte Inspektion hatte er am 15. Januar, drei Tage vor dem Unglück, bestanden.
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Der Unfall ereignete sich auf einem geraden Abschnitt der Strasse, wie auch vom Verkehrsminister Óscar Puente angegeben.
Vier Minderjährige unter Schwerverletzten
08.15: Bei vier der 24 schwer verletzten Personen handelt es sich laut dem RTVE-Bericht um Minderjährige.
Spanien aktiviert lokale Spitäler
08.10: Das Hospital de Andújar und das Universitätsspital Virgen del Rocío in Sevilla wurden benachrichtigt, um sich entsprechend auf die Verletzten vorzubereiten.
Bisher wurden gemäss Angaben des Senders vier Einheiten der Critical Care and Emergency Device (DCCU eingesetzt.

Sechs mobile Intensivstationen, zwei intensivstationierte Intensivstationen, zwei logistische Unterstützungsfahrzeuge, drei lokale Krankenwagen sowie fünf Transportambulanzen und zwei Rettungswagen der Roten Kreuzes wurden aufgeboten.
Zahl der Todesopfer steigt auf 39
07.48: Die Zahl der Toten bei dem schweren Zugunglück im Süden Spaniens ist auf mindestens 39 gestiegen. Dies meldete der staatliche TV-Sender RTVE unter Berufung auf die Polizeieinheit Guardia Civil.

152 Verletzte wurden in medizinische Behandlung übergeben. Aktuell gibt es fünf sehr schwer Verletzte, 24 sind schwer verletzt. 123 Menschen sind in unterschiedlichen Zuständen.
Schlimme Entgleisung und Kollision
06.00: Ein Iryo-Hochgeschwindigkeitszug der italienischen Trenitalia war am Sonntagabend auf dem Weg von Málaga nach Madrid. Gegen 19:40 Uhr entgleiste er mit etwa 300 km/h, wie die spanische Bahngesellschaft Renfe mitteilte.
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Nach dem Entgleisen gerieten Waggons des Hochgeschwindigkeitszugs auf das benachbarte Gleis und kollidierten dort mit einem Renfe-Hochgeschwindigkeitszug, der in die entgegenkommende Richtung unterwegs war.
Unter den Todesopfern ist den amtlichen Angaben zufolge einer der Lokführer. Zahlreiche Fahrgäste waren demnach noch Stunden nach dem Unfall in den Zügen eingeschlossen.
Zug war mit 300 Passagieren unterwegs
05.50: «Der Aufprall war so heftig, dass die beiden vorderen Wagen des Renfe-Zuges infolgedessen aus den Gleisen geschleudert wurden», meinte Verkehrsminister Óscar Puente. Diese Waggons stürzten eine vier Meter hohe Böschung hinunter und wurden weitgehend zerstört.

Der Iryo-Zug war mit mehr als 300 Menschen an Bord von Málaga nach Madrid unterwegs, der in Madrid gestartete Renfe-Zug fuhr mit rund 200 Passagieren nach Huelva.















