Luzerner Fischereiverband fordert Grenzwerte für Pestizidwirkstoff
Nach den hohen Pestizidrückständen im Fluss Wyna mit dem hochgiftigen Wirkstoff Deltamethrin schlägt der Fischereiverband des Kantons Luzern Alarm. Der Vorfall sei ein «Weckruf» für strengere Regeln in der laufenden Revision der nationalen Gewässerschutzverordnung.

In der Wyna, die durch Beromünster fliesst, wurden im vergangenen Herbst sehr hohe Rückstände des Pestizids Deltamethrin gemessen. Die «NZZ am Sonntag» hatte vor knapp anderthalb Wochen darüber berichtet. Der höchste gemessene Wert lag rund 4200-fach über dem ökotoxikologischen Schwellenwert. Der Einsatz war vom Luzerner Landwirtschaftsamt genehmigt worden, da es in der Raps-Schädlingsbekämpfung kaum Alternativen gibt.
Der Fischereiverband kritisiert in seinem am Dienstag verschickten Communiqué, dass es in der Schweiz keinen verbindlichen Grenzwert für Deltamethrin gibt. Ohne klare Vorgaben fehle die Grundlage für wirksamen Gewässerschutz.
Umso unverständlicher sei es, dass das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) in der laufenden Revision der Gewässerschutzverordnung keinen Grenzwert für diesen Stoff vorsieht. Der Fischereiverband Kanton Luzern will diese Forderung in der Vernehmlassung zur Gewässerschutzverordnung einbringen, wie der Verband mitteilte.
Zurzeit bestehen in der Gewässerschutzverordnung Grenzwerte für 19 Pestizidwirkstoffe. Neu will der Bundesrat für sieben weitere ökotoxikologisch basierte Grenzwerte festlegen. Deltamethrin gehört nicht dazu, wie das Uvek im Nachgang des Artikels gegenüber Keystone-SDA einräumte.






