Wadephul gelassen nach Trump-Drohung mit Truppenabzug
Der deutsche Aussenminister Johann Wadephul reagiert gelassen auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, eine Reduzierung der US-Truppen in Deutschland zu prüfen.

«Wir sind darauf eingestellt», sagte der Politiker bei einem Treffen mit seinem marokkanischen Kollegen Nasser Bourita in der Hauptstadt Rabat. Man spreche eng und vertrauensvoll in den Nato-Gremien darüber und erwarte dazu US-Entscheidungen. Diese müssten «wie es sich gehört unter Alliierten, unter Partnern, mit uns und mit anderen besprochen werden», sagte Wadephul.
Was man von Trump gelesen habe, sei «die Ankündigung einer Überprüfung», sagte Wadephul. Dies sei nichts Neues.
Dass sich die USA mehr auf den pazifischen Raum und China konzentrieren würden, werde von verschiedenen US-Administrationen seit längerer Zeit formuliert. «Ich sehe dem mit Gelassenheit entgegen.» Weil man mehr Sicherheitsverantwortung übernehmen müsse, unternehme man Anstrengungen zur Verstärkung der Bundeswehr und des europäischen Pfeilers der Nato. Dies werde die Amerikaner in gewisser Weise auch entlasten.
Die Ankündigung Trumps folgt auf die deutliche Kritik des Präsidenten am deutschen Kanzler Friedrich Merz, weil dieser sich kritisch über die US-Offensive gegen den Iran geäussert hatte.
Wadephul sieht die grossen US-Standorte in Deutschland durch die Aussagen von Trump nicht infrage gestellt. Die Air Base in Ramstein habe für die «USA und für uns» eine unersetzliche Funktion. Das gelte auch für das US-Krankenhaus in Landstuhl oder den Truppenübungsplatz in Grafenwöhr. Auch das Hauptquartier in Stuttgart sei eine wichtige militärische Einrichtung.
«Sie sehen in mir einen unerschütterlichen Anhänger des transatlantischen Bündnisses», sagte Wadephul. Er erkenne in allem Handeln der US-Administration, dass diese «Überzeugung bei den handelnden Personen, bei allen Militärs und bei auch dem Aussenministerium, mit dem wir eng in Nato-Strukturen zusammenarbeiten, genauso vorhanden ist».
Die Nato sei das erfolgreichste Verteidigungsbündnis der Welt. An dessen Zusammenhalt zu arbeiten, sei «eine meiner vornehmsten Aufgaben» – und daran lasse er sich «auch in keiner Weise irritieren. Das gilt für die gesamte Bundesregierung.»










