«10 Millionen»-Nein sorgt weltweit für Schlagzeilen

    Simon Binz
    Simon Binz

    Bern,

    Das Nein zur SVP-Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» sorgt rund um den Globus für Aufmerksamkeit – ein Blick in die internationalen Medien.

    «Keine 10-Millionen-Schweiz» SVP
    Das «10 Millionen»-Nein sorgt weltweit für Schlagzeilen. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Ablehnung der «10-Millionen»-Initiative sorgt im Ausland für Diskussionen.
    • Internationale Medien berichten breit über das Schweizer Nein.
    • «Bild» schreibt: «Die Schweiz bleibt offen!» – der «Guardian» spricht vom «Swiss Brexit»

    Die Schweizer Stimmbevölkerung hat am Sonntag der SVP-Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» eine Abfuhr erteilt. Rund 55 Prozent lehnten den Bevölkerungsdeckel ab, 45 Prozent stimmten zu.

    Das für eine Annahme erforderliche Ständemehr wurde ebenfalls nicht erreicht. Experten begründen das Nein mit der ablehnenden Haltung der Westschweiz und der Städte.

    Hast du für oder gegen die «10-Millionen»-Initiative gestimmt?

    Die Abstimmung sorgte weit über die Landesgrenzen hinaus für Schlagzeilen. Ein Blick in die internationale Medienlandschaft zeigt: Das Nein wurde weltweit mit grosser Aufmerksamkeit verfolgt – und unterschiedlich eingeordnet.

    Bild: «Die Schweiz bleibt offen!»

    Die deutsche «Bild» titelt «Abgelehnt! Mehrheit der Schweizer gegen Migrationslimit» und eröffnet ihren Bericht mit dem Satz: «Die Schweiz bleibt offen!» Das Boulevardblatt lässt die Raumplanerin Sibylle Wälty zu Wort kommen, die festen Einwohnergrenzen wenig abgewinnen kann.

    10-Millionen-Schweiz
    «Abgelehnt! Mehrheit der Schweizer gegen Migrationslimit» – so die Schlagzeile der deutschen «Bild». - Screenshot/Bild.de

    Laut ihr sind mehr als 10 Millionen Einwohner möglich. «16 Millionen sind kein Ziel, aber auch kein Problem, wenn die Schweiz richtig plant», so Wälty. Entscheidend sei nicht die Zahl der Menschen, sondern wie der Raum genutzt werde.

    Focus: Stadt gegen Land

    Der «Focus» hält es kurz und betont den Stadt-Land-Graben. Im ländlichen Kanton Appenzell Innerrhoden, wo es wenig Ausländer gebe, sei die Initiative mit fast 66 Prozent angenommen worden. In den Städten zeichne sich dagegen eine deutliche Ablehnung ab.

    BBC: «Nicht Migranten bestimmen die Mietpreise»

    Die BBC stellt unter dem Titel «Schweizer Stimmbürger lehnen 10-Millionen-Bevölkerungsdeckel ab». Hervorgehoben wird in dem Text, dass die Bundesstadt Bern den Deckel mit fast 84 Prozent verwarf und auch klassische Tourismusregionen wie Graubünden und das Wallis Nein sagten – dort, wo Hotels und Restaurants auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen sind.

    10-Millionen-Schweiz
    «Schweizer Stimmbürger lehnen 10-Millionen-Bevölkerungsdeckel ab», titelt die BBC zum Abstimmungssonntag. - Screenshot/bbc.com

    Sky News: «Schweiz lehnt Bevölkerungsdeckel ab»

    Sky News titelt «Schweiz lehnt Bevölkerungsdeckel in Volksabstimmung ab» und betont, die Schweiz sei das erste Land weltweit, das über eine solche Frage abgestimmt habe. Der Zürcher Lehrer Jan Hesselmann wird zitiert: «Es ist der falsche Weg, es schürt Fremdenfeindlichkeit.»

    Guardian: «Der Schweizer Brexit»

    Der «Guardian» wählt unter allen Medien den schärfsten Ton. Unter dem Titel «Schweizer Stimmbürger lehnen Vorschlag zur Bevölkerungsbegrenzung auf 10 Millionen ab» bezeichnet die britische Zeitung die Initiative als «rechtsextremen Plan» und das Referendum als «Swiss Brexit». Kein Land der Welt habe je über eine Begrenzung seiner Bevölkerungszahl abgestimmt.

    10-Millionen-Schweiz
    Der britische «Guardian» bezeichnet die Abstimmung als «Schweizer Brexit» und die Initiative als «rechtsextremen Plan». - Screenshot/guardian.com

    Al Jazeera: «Als Chaos-Initiative dargestellt»

    Al Jazeera titelt «Schweiz lehnt rechten Vorstoss zur Bevölkerungsbegrenzung ab» und zitiert den Politologen Urs Bieri von gfs.bern, wonach die Vorlage «von Anfang an als Chaos-Initiative dargestellt» worden sei.

    Der Sender ordnet die Schweiz international ein: Gemäss der OECD weise das Land mit 32 Prozent einen der höchsten Anteile an im Ausland Geborenen auf – hinter Luxemburg und Australien.

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    Kommentare

    User #4167 (nicht angemeldet)

    Haha, war wohl nichts.

    User #6472 (nicht angemeldet)

    Ab August werden eigene Bürgerwehren an der Grenze kontrollieren!

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