Dalai Lama

    USA drohen China bei Einmischung in Kür von künftigem Dalai Lama mit Sanktionen

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    USA,

    China muss mit US-Sanktionen rechnen, wenn es sich in die Kür des künftigen Dalai Lamas einmischt.

    Der Dalai Lama
    Der Dalai Lama - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Nachfolge des 85-jährigen geistlichen Oberhaupts der Tibeter noch nicht geklärt.

    Das ergibt sich aus einem Gesetz, das am Sonntag (Ortszeit) von Präsident Donald Trump unterzeichnet wurde und das zuvor mit überwältigender Mehrheit vom US-Kongress beschlossen worden war.

    China hatte von einer «schwerwiegenden Einmischung» in seine inneren Angelegenheiten gesprochen, als das US-Repräsentantenhaus das Gesetz im Januar mit 392 gegen 22 Stimmen verabschiedet hatte.

    Die Nachfolge des 85-jährigen geistlichen Oberhaupts der Tibeter ist noch nicht geklärt. Der Dalai Lama erklärte es unter anderem für möglich, dass er ein Mädchen für seine Nachfolge auswählen werde oder dass es keinen weiteren Dalai Lama geben solle.

    Tibet, der Stammsitz der Dalai Lamas, war Anfang der 1950er Jahre von China besetzt worden. Die Führung in Peking könnte versuchen, sich in die Kür des künftigen Dalai Lamas einzumischen und darauf setzen, dass die Unterstützung für die Tibeter nachlässt, wenn ihre charismatische Führungsfigur nicht mehr im Amt ist.

    Der US-Senat integrierte die Bestimmungen zur Nachfolge des Dalai Lamas in das Gesetzespaket für Corona-Hilfsmassnahmen. Die Regelungen für Tibet sehen vor, dass die Auswahl, Erziehung und Verehrung des Dalai Lamas und anderer religiöser Mönche «ausschliesslich spirituelle» Angelegenheiten sind. Diese sollten von den «religiösen Autoritäten» im Sinne der tibetischen buddhistischen Tradition getroffen werden.

    Laut dem US-Gesetz sollen in China nur dann neue US-Konsulate eröffnet werden, wenn auch für die Eröffnung eines Konsulats in der tibetischen Hauptstadt Lhasa eine Genehmigung erteilt wird. Die Internationale Kampagne für Tibet, die an der Seite des Dalai Lamas steht, begrüsste die Annahme des US-Gesetzes. Damit werde klargestellt, dass eine «chinesische Einmischung in die Nachfolge des Dalai Lamas nicht akzeptiert» werde und dass gegen Menschenrechtsverletzungen in Tibet weiter vorgegangen werde.

    1995 hatte die Führung einen vom Dalai Lama anerkannten Panchen Lama festgesetzt, der in der tibetischen Hierarchie ebenfalls von grosser Bedeutung ist. Der Panchen Lama wurde seither nicht wieder gesehen. Der derzeitige 14. Dalai Lama wurde im April mit einer Lungenentzündung ins Krankenhaus eingeliefert. Er absolviert in den letzten Jahren nicht mehr so viele Reisen wie zuvor.

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