Die US-Regierung hat sich schockiert über die jüngsten Enthüllungen über Menschenrechtsverletzungen in der chinesischen Region Xinjiang gezeigt und die Führung in Peking direkt für das Vorgehen gegen die muslimische Minderheit der Uiguren verantwortlich gemacht.
Wachturm eines mutmasslichen Umerziehungslagers in Xinjiang
Wachturm eines mutmasslichen Umerziehungslagers in Xinjiang - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Aussenministerium verlangt Schliessung von Lagern.

«Wir sind entsetzt über die Berichte und die irritierenden Bilder», sagte der Sprecher des US-Aussenministeriums, Ned Price, am Dienstag.

«Es ist nur sehr schwer vorstellbar, dass systemische Bemühungen zu unterdrücken, zu verhaften, eine Kampagne des Völkermords und der Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu führen, nicht den Segen und die Zustimmung der höchsten Kreise der Regierung der Volksrepublik China hat.» China müsse alle willkürlich Festgenommenen freilassen, Internierungslager schliessen sowie «Masseninhaftierung, Folter, erzwungene Sterilisierung und den Einsatz von Zwangsarbeit beenden».

Ein internationales Medienkonsortium hatte zuvor weitere Belege für die massenhafte Internierung von muslimischen Uiguren in Xinjiang veröffentlicht. Fotos, Reden und Behördenweisungen belegten dort unter anderem Folter und die Existenz eines Schiessbefehls, berichteten der an der Recherche beteiligte Bayerische Rundfunk und der «Spiegel».

Die Regierung in Peking wird von Menschenrechtsorganisationen beschuldigt, mehr als eine Million Uiguren und andere muslimische Minderheiten in der Region im äussersten Westen des Landes in «Umerziehungslagern» interniert zu haben. Peking werden unter anderem Zwangssterilisierungen und Zwangsarbeit vorgeworfen. Peking weist die Vorwürfe als «Lüge des Jahrhunderts» zurück.

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