US-Demokraten sehen Trump als «Ober-Anstifter» von Kapitol-Erstürmung

    AFP
    AFP

    USA,

    Mit erschütternden Videoaufnahmen haben die Ankläger im Impeachment-Prozess gegen Donald Trump die dramatischen Stunden der Kapitol-Erstürmung nachgezeichnet und den Ex-US-Präsidenten als «Ober-Anstifter» der Gewalt angeprangert.

    Kongressmitarbeiter bringen sich am 6. Januar in Sicherheit
    Kongressmitarbeiter bringen sich am 6. Januar in Sicherheit - GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Ankläger zeigen dramatische unveröffentlichte Aufnahmen von Angriff.

    Trump sei kein «unschuldiger Unbeteiligter» gewesen, sondern habe «eindeutig zu diesem Angriff angestiftet», sagte der demokratische Abgeordnete und Anklageführer Jamie Raskin am Mittwoch im Senat. «Donald Trump hat seine Rolle als Oberbefehlshaber aufgegeben und ist zum Ober-Anstifter eines gefährlichen Aufruhrs geworden.»

    Wie bereits am ersten Verhandlungstag zeigten die Ankläger umfassendes Videomaterial, um ihre Ausführungen zu unterstreichen. Sie spielten dabei auch bislang unveröffentlichte Aufzeichnungen von Überwachungskameras im Kongressgebäude vor, die zeigen, wie radikale Trump-Anhänger gewaltsam in das Kapitol eindrangen, Polizisten angriffen und durch das Parlament zogen.

    Die Aufnahmen zeigen auch, wie der damalige Vizepräsident Mike Pence und dessen Familie, Abgeordnete, Senatoren und Kongressmitarbeiter teilweise in letzter Sekunde vor den Angreifern in Sicherheit gebracht wurden. In einem Video läuft der heutige demokratische Senatsmehrheitsführer Chuck Schumer während der Evakuierung einen Gang entlang und muss dann rennend umkehren.

    Andere Bilder zeigen, wie Demonstranten mit dem Schlachtruf «Nancy, wo bist du Nancy?» ins Büro der demokratischen Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, eindringen, die zuvor in Sicherheit gebracht worden war. «Wir wissen von den Aufrührern selbst, dass sie Sprecherin Pelosi getötet hätten, wenn sie sie gefunden hätten», sagte die demokratische Anklagevertreterin Stacey Plaskett dazu.

    Pence und Pelosi leiteten am 6. Januar die Kongress-Sitzung zur Bestätigung von Bidens Wahlsieg. «Präsident Trump hat sie zu Zielscheiben erklärt, und der Mob ist in das Kapitol eingedrungen, um sie zu jagen», sagte Plaskett.

    Aufnahmen der Körperkamera eines Polizisten zeigen, wie der Beamte und seine Kollegen gewaltsam angegriffen werden. In vorgespielten Polizeifunk-Mitschnitten fordern Einsatzkräfte verzweifelt Verstärkung an.

    Die Aufnahmen setzten die Demokraten in Bezug zur aufwieglerischen Rede Trumps unmittelbar vor der Kapitol-Erstürmung, zu zahlreichen Twitter-Botschaften des damaligen Präsidenten und zu Äusserungen von Kapitol-Angreifern, die sich ausdrücklich auf Trump beriefen und erklärten, für ihn zu «kämpfen».

    Die US-Demokraten sehen die Kapitol-Erstürmung als direkte Folge einer monatelangen Kampagne Trumps, sich an der Macht zu halten. Der Abgeordnete Joe Neguse sagte, der «Mob» sei von Trump «gerufen, versammelt und angestiftet worden», um eine friedliche Machtübergabe an seinen Nachfolger Joe Biden zu verhindern. «Präsident Donald J. Trump hatte keine gewaltfreien Optionen mehr, um sich an der Macht zu halten», sagte der Abgeordnete Ted Lieu.

    Die demokratischen Abgeordneten wollten am Donnerstag ihre Beweisführung gegen Trump abschliessen. Anschliessend sind Trumps Verteidiger am Zug. Diese argumentieren, ihr Mandant könne für die Ausschreitungen nicht persönlich verantwortlich gemacht werden. Zudem erklärten sie das gesamte Amtsenthebungsverfahren für verfassungswidrig, weil Trump nicht mehr im Amt sei. US-Medienberichte zufolge reagierte der Ex-Präsident wütend auf den Auftritt seiner Verteidiger beim Prozessauftakt, den er für wenig überzeugend halte.

    Die Demokraten wollen, dass Trump wegen «Anstiftung zum Aufruhr» verurteilt wird und nie wieder ein öffentliches Amt ausüben darf. Ein Schuldspruch im Senat, für den eine Zweidrittelmehrheit notwendig wäre, gilt allerdings als nahezu ausgeschlossen. Dafür müssten zusammen mit den 50 Senatoren der Demokraten mindestens 17 Republikaner für eine Verurteilung stimmen. Eine grosse Mehrheit der Republikaner scheint Trump aber die Treue zu halten.

    Unterdessen laufen im Bundesstaat Georgia Ermittlungen gegen Trump wegen Wahlbeeinflussung. In einem publik gewordenen Telefonat hatte der scheidende Präsident den dortigen Wahlleiter Brad Raffensperger aufgefordert, 11.780 Stimmen zu «finden», damit er Biden doch noch überhole.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Guy Parmelin Rücktritt
    186 Interaktionen
    Rücktritt
    Spnne
    175 Interaktionen
    Beim Kleiderbügeln

    MEHR IN POLITIK

    2 Interaktionen
    Bern
    2 Interaktionen
    Paris
    6 Interaktionen
    Kiew
    2 Interaktionen
    Buenos Aires / Paris

    MEHR DONALD TRUMP

    Kimberly Guilfoyle
    30 Interaktionen
    «Können das überall»
    usa
    99 Interaktionen
    Diesel
    a
    334 Interaktionen
    «Feuerwehr trug mich»
    Donald Trump Natalie Harp
    39 Interaktionen
    Zu Weihnachten

    MEHR AUS USA

    Christa Pike (50)
    Hinrichtungs-Panne
    nike
    3 Interaktionen
    Konkurrenz
    Windows 11 26H2
    7 Interaktionen
    Neuer Update
    Donald Trump
    116 Interaktionen
    Nach Druck