Wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise werden laut UNO über eine Million Kinder im Libanon von Gewalt bedroht.
Syrerin nach ihrer Flucht aus Beirut in Zypern
Syrerin nach ihrer Flucht aus Beirut in Zypern - AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut UNO sind über eine Million Kinder im Libanon von Gewalt bedroht.
  • Der Grund dafür ist die Wirtschafts- und Finanzkrise.

Mehr als eine Million Kinder sind im Libanon aufgrund der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise von Gewalt bedroht. Das ist das Ergebnis einer Unicef-Studie, die am Freitag vorgestellt wurde. Jedes zweite Kind im Libanon sei einem «ernsthaften Risiko physischer, emotionaler und sexueller Gewalt ausgesetzt, während die Familien versuchen, mit der sich verschlimmernden Krise fertig zu werden».

Im vergangen Jahr wurden dem Bericht zufolge 44 Prozent mehr Fälle von Kindesmissbrauch und Ausbeutung registriert. Schon mit sechs Jahren arbeiteten Kinder in landwirtschaftlichen Betrieben, die Familien versuchten, junge Mädchen gegen eine Mitgift zu verheiraten. Die häusliche Gewalt gegen Frauen und Mädchen habe zugenommen. Babys würden in der Strasse ausgesetzt, für Kinder bestehe ein erhöhtes Risiko, entführt zu werden.

Im vergangenen Jahr beglich der Libanon seinen Schuldendienst nicht. Verschiedenen Regierungen gelang es nicht, die Wirtschaftskrise des Landes zu überwinden. Die Währung des Libanon verlor in zwei Jahren 90 Prozent ihres Wertes, vier von fünf Libanesen leben unterhalb der Armutsgrenze der UNO.

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