Widerstand gegen Sprachengesetz im Kanton Freiburg
Im Kanton Freiburg stösst der Entwurf eines neuen Sprachengesetzes in Teilen der französischsprachigen Gemeinschaft auf Widerstand. Zankapfel ist die Absicht des Staatsrats, die Entstehung zweisprachiger Gemeinden zu fördern.

In der Freiburger Kantonsverfassung ist die Zweisprachigkeit garantiert. Mit dem neuen Gesetz sollen Gemeinden, die gewisse Bedingungen erfüllen, offiziell zweisprachig werden können. Der Kanton unterstützt sie mit einem einmaligen Beitrag von 100 Franken pro Einwohnerin und Einwohner.
Der Verein der Französischsprachigen Gemeinschaft der Region Freiburg möchte beim Status Quo bleiben, wie er in einer Stellungnahme im vergangenen Herbst schrieb. Er ist der Ansicht, dass «die derzeitige Praxis der 120 einsprachigen Freiburger Gemeinden, mit Ausnahme der Stadt Freiburg, zufriedenstellend ist». Der Verein befürchtet, dass die Französischsprachigen de facto zu Bürgern zweiter Klasse degradiert werden könnten.
Anders sieht dies der Verein Kultur Natur Deutschfreiburg, der den Gesetzesentwurf über die Amtssprachen und die Förderung der Zweisprachigkeit in einer Stellungnahme begrüsste. Das Territorialitätsprinzip dürfe nicht zu eng ausgelegt werden, im Sinn «eine Gemeinde, eine Sprache». Vielmehr solle sich die historische und gelebte Zweisprachigkeit in einigen Gemeinden auch in den Amtssprachen widerspiegeln können.
Die Vernehmlassung zum Gesetzesentwurf wurde kürzlich abgeschlossen. Die Frage nach der Zweisprachigkeit beschäftigt Stadt und Kanton Freiburg schon seit Jahrzehnten und sorgt immer wieder für emotionale Diskussionen.






