Trump und Netanjahu uneins über Kriegsende im Iran

    Esada Kunic
    Esada Kunic

    USA,

    Anfangs standen Trump und Netanjahu im Iran-Krieg geschlossen zusammen. Inzwischen bröckelt die amerikanisch-israelischen Allianz gegen Teheran.

    netanyahu trump
    Trump soll Netanyahu in Telefonat heftig attackiert haben: «Ohne mich wärst du im Knast.» - keystone

    US-Präsident Donald Trump sieht den Iran-Krieg als weitgehend beendet an, berichtet die «ZDF». Der Iran verfüge über keine Marine, Kommunikationssysteme oder Luftwaffe mehr, erklärte er gegenüber dem Sender CBS.

    Die USA seien ihrem ursprünglichen Zeitplan weit voraus. Die grösste Gefahr sei gebannt, so Trump in einem Telefoninterview.

    Wird der Iran-Krieg bald beendet sein?

    Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu widerspricht dieser Einschätzung vehement, schreibt die «Tagesschau». Das Ziel sei es, das iranische Volk vom Joch der Tyrannei zu befreien, teilte er mit.

    Netanjahu fordert vollständigen Regimewechsel

    Mit Blick auf die Angriffe auf die Führung in Teheran betonte Netanjahu deutlich, dass sie noch nicht fertig seien. Es bestehe kein Zweifel, «dass wir ihnen mit den bisherigen Massnahmen die Knochen brechen», berichtet die «Tagesschau».

    In Washington wurde dies als Zeichen wachsender Differenzen zwischen den USA und Israel über Kriegsstrategie und Konfliktdauer gewertet.

    Die unterschiedlichen Aussagen offenbaren einen ersten Riss im Bündnis. Beiden gemeinsam ist laut der «Frankfurter Rundschau», dass sie keinen Plan für den Kriegsausstieg haben.

    Unterschiedliche Kriegsziele werden sichtbar

    Israel strebt primär die Zerschlagung des iranischen Regimes an, das sich weiterhin an der Macht hält. Trump hingegen könnte eine pragmatischere Lösung bevorzugen, bei der ein neuer starker Mann das System übernimmt, meldet «T-Online».

    Analysten wie Thomas Wright vom Nationalen Sicherheitsrat argumentieren, Trump wolle möglicherweise einen Deal schliessen. Dies könnte sogar amerikanischen Zugang zum iranischen Energiesektor einschliessen.

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    Donald Trump sagte im Weissen Haus, der Iran habe zugesagt, nicht nach Atomwaffen zu streben. - keystone

    Je länger der Krieg dauert, desto grösser wird die Kluft zwischen beiden Männern. Trump muss mit Blick auf die Zwischenwahlen steigende Benzinpreise ebenso fürchten wie geringen Zuspruch für den Krieg.

    Ölpreis setzt Trump unter Druck

    Der Ölpreis war am Montag zeitweise auf 120 US-Dollar pro Fass gestiegen. Nach Trumps Ankündigung eines baldigen Kriegsendes sank er wieder unter 90 Dollar, schreibt die «Zeit».

    Die iranischen Revolutionsgarden erklärten jedoch, dass während des Krieges kein Öl durch die Strasse von Hormus transportiert werde. Und über ein mögliches Kriegsende: «Wir sind diejenigen, die bestimmen werden, wann dieser Krieg endet», berichtet die «Tagesschau».

    Teile der israelischen Bevölkerung sprechen sich für den Waffengang gegen den Iran aus, so die «Frankfurter Rundschau». Trump hingegen steht unter wachsendem Druck durch die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts.

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    Kommentare

    User #1679 (nicht angemeldet)

    Zwei Narzissten, das kann nicht gut gehen. Die Zivilbevölkerung sind die Opfer.

    User #2663 (nicht angemeldet)

    Dä Trump isch äs Dubeli. Dä weiss gar nöd was er macht.

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