Trump und Merz planen keine Paris-Reisen
Der Vorstoss des französischen Präsidenten Emmanuel Macron für ein Treffen aller G7-Staaten mit Dänemark und Russland am Donnerstag in Paris scheint ins Leere zu laufen. US-Präsident Donald Trump verneinte am Nachmittag (Ortszeit) die Frage einer Journalistin, ob er dafür im Rahmen seines geplanten Aufenthalts in Europa nach Paris reisen werde. Zuvor hatte ein US-Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur bereits mitgeteilt, dass Trump eine solche Reise derzeit nicht vorhabe.

Auch aus deutschen Regierungskreisen hiess es, Merz habe nicht vor, am Donnerstag in die französische Hauptstadt zu reisen. Er werde nach seiner Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos von dort direkt zum EU-Gipfel nach Brüssel fliegen.
Am Dienstagmorgen hatte Trump private Textnachrichten zwischen ihm und Emmanuel Macron auf seiner Plattform Truth Social veröffentlicht, in denen Frankreichs Präsident ein unter anderem um Russland und Dänemark erweitertes Treffen der G7-Staaten am Donnerstag in Paris vorgeschlagen hatte. Die G7 wirtschaftsstarker Demokratien gehören neben Frankreich, Deutschland und den USA auch Japan, Kanada, Italien und Grossbritannien an. Zudem lud Macron Trump zu einem Abendessen in Paris ein, bevor dieser zurück nach Washington fliegt. Der Élysée-Palast hatte der Deutschen Presse-Agentur die Echtheit der Nachrichten bestätigt.
Angesprochen auf den Vorstoss zu dem erweiterten Treffen der G7-Staaten bezeichnete Trump Macron nun zwar als «Freund», schob allerdings nach, dass Macron «nicht mehr lange da sein» werde. Er habe Treffen mit direkt beteiligten Personen, fügte der US-Präsident hinzu, ohne das näher auszuführen.
Trump hatte jüngst bereits betont, dass Macron «sehr bald aus dem Amt scheiden» werde. Frankreich wählt im Frühjahr 2027 einen neuen Präsidenten. Amtsinhaber Macron darf nicht erneut kandidieren, da die Verfassung nur zwei aufeinanderfolgende Amtszeiten erlaubt; er ist seit 2017 im Amt.
Die Initiative Frankreichs ist als Reaktion auf den Konflikt um die zu Dänemark gehörende Insel zu verstehen, die Trump kaufen will – was von Dänemark und seinen europäischen Verbündeten abgelehnt wird. Trump wird am morgigen Mittwoch im Schweizer Alpenort Davos zu einer Rede beim Weltwirtschaftsforum erwartet. Am Rande der Veranstaltung will er sich mit Staats- und Regierungschefs sowie Managern treffen.
Auch Merz hofft auf ein Gespräch mit dem Präsidenten. Bestätigt ist das aber noch nicht. Beim EU-Sondergipfel Brüssel wird es am Donnerstagabend vor allem um den Grönland-Konflikt gehen.






