Trump droht Gegnern seiner Grönland-Pläne mit Zöllen

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Keystone-SDA, Nicolas Eggen

USA,

US-Präsident Donald Trump droht Ländern, die sich seinem Besitzanspruch auf Grönland entgegenstellen, mit Zöllen.

Donald Trump Grönland
Donald Trump will Grönland: Wenn nötig, auch «auf die harte Art und Weise» - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Trump hat den Ländern, die seine Übernahmepläne für Grönland ablehnen, mit Zöllen gedroht.
  • Ein Krisengespräch zwischen den USA, Dänemark und Grönland hat keine Lösung gebracht.
  • Europäische Staaten haben Soldaten für eine Erkundungsmission nach Grönland geschickt.

Er werde möglicherweise Zölle gegen solche Länder verhängen, weil die USA Grönland für ihre nationale Sicherheit bräuchten, sagte Trump im Weissen Haus. Konkreter wurde er nicht.

Zuvor hatte Trump darüber gesprochen, wie er europäischen Ländern wie Deutschland und Frankreich in anderen Zusammenhängen mit Zöllen gedroht hatte, um seine Interessen durchzusetzen.

Trump sorgt für Unruhe in der Nato

Trump sorgt mit seinem Besitzanspruch auf Grönland seit Tagen für grosse Unruhe in der Nato. Deutschland und weitere europäische Mitglieder der Allianz wollen nun für mehr Sicherheit auf der riesigen Arktisinsel sorgen.

Das weitgehend autonome Grönland gehört zum Hoheitsgebiet Dänemarks. Trump hat mehrfach deutlich gemacht, dass Amerika sich die grösstenteils von Eis bedeckte Insel einverleiben will – was die europäischen Nato-Partner vehement ablehnen.

Krisengespräche zwischen den USA, Dänemark und Grönland hatten ohne greifbare Ergebnisse geendet.

dänemark
Auch das Gespräch mit den USA hat keine Lösung gebracht: Im Bild der dänische Aussenminister Lars Lokke Rasmussen und die grönländische Aussenministerin Vivian Motzfeldt. - keystone

Trump argumentiert, Grönland müsse den USA gehören, damit nicht die Russen und Chinesen zusätzlich Einfluss in der Region gewinnen.

Europäer entsenden Soldaten für Erkundungsmission

Am Mittwoch kündigten Deutschland und andere Nato-Staaten dann eine Erkundungsmission für mögliche Militärübungen auf Grönland an. Ein Team der Bundeswehr mit 15 Soldaten war am Nachmittag unterwegs in die Hauptstadt Nuuk. Die Mission wird von Dänemark angeführt. Unter anderem Norwegen, Schweden, Finnland, Grossbritannien, Frankreich und die Niederlande schicken Soldaten.

Wird Grönland bald zu den USA gehören?

Die US-Regierung zeigte sich von der Entsendung zunächst unbeeindruckt. «Ich glaube nicht, dass Soldaten in Europa den Entscheidungsprozess des Präsidenten beeinflussen oder dass das irgendeinen Einfluss auf sein Ziel hat, Grönland zu erwerben», sagte Trumps Regierungssprecherin Karoline Leavitt am Donnerstag.

US-Parlamentarier zu Besuch in Dänemark

Die US-Parlamentarier in Dänemark bemühten sich derweil im Gespräch mit dänischen und grönländischen Kollegen um Deeskalation. Man wolle deren Perspektiven mit in die USA nehmen, um «die Temperatur zu senken» in der derzeit aufgeheizten Debatte, sagte der demokratische Senator aus Delaware, Chris Coons.

Chris Coons
US- Parlamentiarier Chris Coons spricht auf einer Pressekonferenz nach einem Treffen zwischen Mitgliedern des dänischen Parlaments, einem grönländischen Ausschuss und Mitgliedern des US-Kongresses in Dänemark. . - keystone

In Anspielung auf einen der Gründe, den Trump für die Notwendigkeit einer Übernahme Grönlands durch die USA nennt, sagte Coons: «Gibt es Bedrohungen für die Sicherheit Grönlands durch Russland und China? Nein, derzeit nicht.»

Für Beunruhigung sorgen Trumps Äusserungen vor allem, weil er bislang auch militärischen Zwang nicht ausschliesst, um Kontrolle über Grönland zu erlangen. Die Insel ist sechsmal so gross wie Deutschland, hat aber nur knapp 57.000 Einwohner.

Das Nato-Gründungsmitglied Italien will keine Soldaten für die Erkundungsmission mit anderen europäischen Partnerstaaten abstellen. Verteidigungsminister Guido Crosetto sprach im Zusammenhang damit von einem «Witz». Zugleich stellte die rechte Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni eine eigene Arktis-Strategie vor.

Im Fall der Fälle müssten EU-Staaten Dänemark zu Hilfe kommen

Eine Sprecherin der EU-Aussenbeauftragten Kaja Kallas stellte klar: Im Fall eines gewaltsamen Konflikts um Grönland könnten Deutschland und die anderen EU-Staaten auf Antrag Dänemarks hin Beistand leisten müssen.

EU
Wenn es hart auf hart kommt, müssten die EU-Staaten Dänemark zur Hilfe kommen. (Symbolbild) - keystone

Grönland sei Teil des Hoheitsgebiets des Königreichs Dänemark und fiele daher grundsätzlich unter die gegenseitige Solidaritätsklausel in Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrags, sagte die Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Zugleich sagte sie, dass sich die Frage einer Anwendung derzeit nicht stelle. Grundsätzlich gilt eine militärische Konfrontation als sehr unwahrscheinlich, weil sich vermutlich niemand mit der mächtigsten Militärmacht der Welt anlegen würde.

Russischer Botschafter wirft Nato Militarisierung der Arktis vor

Der russische Botschafter in Dänemark wirft der Nato angesichts der US-Ansprüche auf Grönland vor, in der Arktis aufrüsten zu wollen. Nato-Staaten, einschliesslich Dänemark, nutzten das Schreckgespenst einer russischen oder chinesischen Bedrohung in grossem Stil, um die Arktis zu militarisieren, sagte Wladimir Barbin der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass. Dänemark verfolge «durch das Hineinziehen der Nato» in die Arktis einen konfrontativen Ansatz.

Russland mit seiner langen Nordküste am Polarmeer betrachtet die Arktis als seine Interessensphäre. Es nutzt verstärkt die Seewege in der Region und baut seine militärische Präsenz aus.

Scherz über Island in angespannter diplomatischer Lage

In Island gibt es derweil Ärger nach einer angeblich scherzhaften Äusserung des designierten US-Botschafters Billy Long, die Insel im Nordatlantik könne ein US-Bundesstaat werden. Wie mehrere Medien berichteten, bat das Aussenministerium Islands die dortige US-Botschaft um eine Klarstellung.

Zuvor hatte «Politico» berichtet, dass der von Trump als Botschafter nominierte ehemalige republikanische Kongressabgeordnete gewitzelt habe, Island könne der 52. US-Bundesstaat werden – und er dessen Gouverneur. In Island starteten Bürger daraufhin eine Petition, die Aussenministerin Katrín Gunnarsdóttir dazu auffordert, Long als Botschafter abzulehnen.

Kommentare

User #6393 (nicht angemeldet)

Alle springen mit gpldbarrenmund rolex zu Donald duck brachte nicht viel und dann kauft man von diesem verbrecher noch F35 und liefert unser AHV Gold in die usa spinnen die in Bern langsam diesen terrorfürst noch belohnen usa Produkte 0 % Zoll kauft die Flieger in der eu das Geld hier in der eu das Geld hier investieren stoniert diese Schrott Flieger und holt endlich unser Gold wenn es auf hart geht wird Donald das einfach beschlagnahmen

User #5926 (nicht angemeldet)

Grönland ist ein Beispiel für Qualität der EU-Politik. Anstatt der Tatsache Rechnung zu tragen, dass wir mitten in einem Prozess der globalen Machtaufteilung (USA-China-Russland-Südostasien) sind und Trump und seine ThinkTanks hier strategisch denken, reden die naiven, ja dümmlichen EU-Politiker von Trumps imperialen Gelüsten, vom Völkerrecht und von einem möglichen Bruch der Nato. Mit Verlaub: In diesen Zeiten heizt man als Mittelmacht keine Konflikte hoch, sondern macht mittels Alternativen mit Trump (und anderen) politische Geschäfte.

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