Tausende durch Feuer in Rohingya-Flüchtlingscamp betroffen
Durch einen Grossbrand im überfüllten Flüchtlingslager für Rohingya in Bangladesch sind nach Angaben einer UN-Organisation mehr als 400 behelfsmässige Unterkünften stark beschädigt worden. Über 2.000 Flüchtlinge seien direkt betroffen, teilte die Internationale Organisation für Migration (IMO) mit. Es habe unter ihnen Personen mit leichten Verletzungen gegeben. Auch die Lagerinfrastruktur, einschliesslich Wasser-, Sanitär- und Hygiene-Einrichtungen sowie Schulen und zwei Moscheen, wurde demnach ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen.

Die Ursache des Feuers vom frühen Dienstagmorgen (Ortszeit) war zunächst unklar. Die mehr als eine Million Flüchtlinge in den mehr als 30 Flüchtlingssiedlungen im Bezirk Cox's Bazar im Südosten Bangladeschs sind besonders in der Trockenzeit von November bis März dem erhöhten Risiko ausgesetzt, dass dort ein Feuer ausbricht. «Wenn Brände in den überfüllten Campeinrichtungen wüten, gehen die Auswirkungen weit über beschädigte Infrastruktur hinaus», wurde IOM-Missionschef Lance Bonneau zitiert. Familien verlören ihre Behausungen sowie wichtige Habseligkeiten. Bei Bränden im März 2021 hatten etwa 45.000 Menschen ihre Unterkünfte verloren.
Die Rohingya-Camps bilden dem UN-Flüchtlingswerks UNHCR zufolge zusammengenommen das weltweit grösste Flüchtlingslager. Das Militär im angrenzenden und mehrheitlich buddhistischen Myanmar war seit 2017 mit beispielloser Gewalt gegen die muslimische Minderheit der Rohingya im Land vorgegangen. Anfang der vergangenen Woche begann vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag ein Prozess gegen Myanmar, dem Völkermord an den Rohingya vorgeworfen wird. Myanmar weist die Vorwürfe zurück.














