Taliban kritisieren US-Plan für Abschiebung nach Pakistan
Die regierenden Taliban in Kabul kritisieren Pläne der US-Regierung für Abschiebungen von Afghanen nach Pakistan.

Man sei «sehr besorgt» über Berichte, nach denen die USA afghanische Flüchtlinge ins Nachbarland Pakistan abschieben wollen, hiess es in einer Stellungnahme des afghanischen Aussenministeriums. Massnahmen, die afghanische Staatsbürger betreffen, müssten auf der Basis einer klaren bilateralen Einigung erfolgen.
In der vergangenen Woche hatten US-Medien berichtet, dass etwa 150 Afghanen aus den USA über Pakistan in ihr Heimatland zurückgeschickt werden sollen. Nach Angaben der Organisation Afghan Evac könnte die Sammelabschiebung am Montag oder Dienstag dieser Woche erfolgen.
Die USA und das von den islamistischen Taliban regierte Afghanistan unterhalten keine formalen diplomatischen Beziehungen. Somit waren auch in der Vergangenheit Abschiebungen von Straftätern nur über Vermittler möglich. Laut «New York Times» ist die nun geplante Sammelabschiebung die bisher umfangreichste solche Massnahme.
Nach der Ankunft der Menschen in Pakistan würden die dortigen Behörden die weitere Abschiebung nach Afghanistan beaufsichtigen, hiess es bei der «New York Times» weiter.
Pakistan schiebt seit einigen Jahren massiv Afghanen ab, die teils seit Generationen im Land leben. Dahinter steht auch ein Konflikt der Nachbarländer um Terrorunterstützung. Seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan ist die Zahl der Terrortoten in Pakistan angestiegen.
Afghanistan steckt derzeit in einer schweren humanitären Krise. Die Vereinten Nationen warnen vor einer Hungerkrise im Winter. Arbeit – insbesondere für Rückkehrer und Abgeschobene – ist rar. Menschen, die aus westlichen Ländern abgeschoben werden, berichten von einer Entfremdung, fehlender familiärer Anbindung und Sprachproblemen.












