Afghanische Taliban: Gefechte mit Kämpfern im Osten des Landes
In Afghanistan ist es nach Angaben der regierenden islamistischen Taliban zu Gefechten in der östlichen Provinz Nuristan gekommen. Dabei seien 28 Kämpfer getötet und 32 weitere gefangen genommen worden, teilte das Verteidigungsministerium auf der Plattform X mit. Man habe am Samstag einen grösseren, grenzüberschreitenden Vorstoss aus Pakistan im Bereich des Bezirks Kamdisch zurückgeschlagen. Es habe sich um mehrere Gruppen gehandelt, die Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat sowie afghanischen Oppositionsgruppen hätten, hiess es.

Die afghanische bewaffnete Oppositionsgruppe Afghanistan Freedom Front (AFF) hatte am Samstag und Sonntag auf der Plattform X von Kämpfen im Bezirk Kamdisch sowie im benachbarten Bezirk Nari der Provinz Kunar berichtet. Die Taliban hätten mit Bodentruppen und Drohnen Stellungen der AFF angegriffen, seien aber zurückgeschlagen worden; dabei seien 37 Taliban getötet worden. Die Angaben beider Seiten waren zunächst nicht überprüfbar.
Nach Angaben der UN-Unterstützungsmission in Afghanistan (Unama) sind weiterhin bewaffnete Oppositionsgruppen, die sich gegen die Taliban richten, in mehreren Provinzen des Landes aktiv. Allerdings seien die Gruppen zersplittert und stellten keine nennenswerte Herausforderung für die territoriale Kontrolle der Taliban dar. Zuletzt konnte im Juli in der nördlichen Provinz Badachschan eine bewaffnete Oppositionsgruppe ein Bezirkszentrum für wenige Stunden einnehmen.
Das Taliban-Verteidigungsministerium warf in seiner Mitteilung Islamabad vor, die Kämpfer direkt zu unterstützen und den «Export von Konflikten» zu betreiben.
Die Beziehungen zwischen den beiden Nachbarländern sind äusserst angespannt. Islamabad wirft den Taliban in Kabul vor, Terroristen zu beherbergen, die in Pakistan Anschläge verüben. Kabul bestreitet das. Immer wieder kommt es in dem Zusammenhang zu gegenseitigen Angriffen, die sich meist auf das bergige Grenzgebiet beschränken.
Pakistan flog jedoch auch mehrfach Luftangriffe auf die Städte Kabul und Kandahar im Inneren des Landes. Erst in der Nacht zum Donnerstag griff die pakistanische Luftwaffe Taliban-Stellungen in mehreren afghanischen Provinzen an. Die UN haben seit Jahresbeginn mehr als 1.100 zivile Opfer durch die grenzüberschreitende Gewalt dokumentiert.














