Taliban sperren BBC-Empfang in Afghanistan
Die in Afghanistan herrschenden Taliban haben den Empfang des britischen Senders BBC über herkömmliche Radiosender im Land gesperrt.

«Millionen Menschen in ganz Afghanistan verlassen sich auf die BBC, um verlässliche Nachrichten und Informationen zu erhalten», hiess es in einer Erklärung des Senders. «Wir arbeiten mit den Behörden zusammen, um die Situation zu klären.»
Auch der afghanische Sender Tolonews berichtete unter Berufung auf einen Funktionär im Taliban-Kulturministerium über die Massnahme. Die Entscheidung sei nach «wiederholten Verstössen» der BBC erfolgt. Nähere Details nannte er nicht. Der britische Sender teilte unterdessen mit, Radioprogramme in den Landessprachen Dari und Paschtu sowie in Englisch weiter über Kurz- und Mittelwelle, online und via Satellit verbreiten zu wollen.
Die islamistische Taliban-Führung hat seit ihrer erneuten Machtübernahme vor mehr als fünf Jahren die Pressefreiheit in Afghanistan massiv eingeschränkt. Neben der Kontrolle ausländischer Medien herrscht eine Kultur der Selbstzensur unter afghanischen Medienschaffenden. Die Regierung in Kabul begründet ihre Massnahmen in der Regel mit Verstössen gegen islamische Werte.













