SPD

    SPD-Parteitag stimmt für Ampel-Koalition im Bund

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Deutschland,

    98,8 Prozent der Delegierten am SPD-Parteitag für den Koalitionsvertrag mit Grünen und FDP. Damit ist Olaf Scholz einen Schritt näher am Kanzleramt.

    sozialdemokratische Partei Deutschlands scholz
    Olaf Scholz, designierter SPD Kanzler und geschäftsführender Bundesminister der Finanzen, hebt nach der Zustimmung beim SPD-Parteitag im Willy-Brandt-Haus zum geplanten Koalitionsvertrag die Daumen. - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die SPD stimmt am Parteitag für die Ampel-Koalition.
    • Die Entscheidungen von FDP und Grünen stehen noch aus.
    • Der Koalitionsvertrag verspricht insbesondere einen besseren Klimaschutz und Mindestlohn.

    Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands hat grünes Licht für die Ampel-Koalition unter Führung des wohl künftigen Kanzlers Olaf Scholz gegeben. Die Delegierten eines Parteitags stimmten am Samstag mit überwältigender Mehrheit für den Koalitionsvertrag mit Grünen und FDP.

    98,8 Prozent votierten dafür, es gab langen Applaus. «Wir haben jetzt die Chance: Ein Aufbruch kann für Deutschland stattfinden», betonte Scholz und kündigte eine Regierung an, «die den Fortschritt anpackt in einem Moment, wo es gefährlich wäre, das nicht zu tun». Die Entscheidungen von FDP und Grünen über die geplante Koalition stehen noch aus.

    Besserer Klimaschutz und Mindestlohn

    In ihrem über Wochen ausgehandelten Koalitionsvertrag versprechen die Ampel-Parteien unter anderem grosse Anstrengungen beim Klimaschutz und einen Umbau der Industrie.

    Zugleich sind Verbesserungen etwa für Geringverdiener, Mieter und Familien vorgesehen. Der Mindestlohn soll rasch auf 12 Euro steigen, und jährlich sollen 400'000 neue Wohnungen gebaut werden. «Ich bin wahnsinnig stolz auf das, was wir da gemeinsam verhandelt haben», betonte Generalsekretär Lars Klingbeil.

    Lars Klingbeil
    Lars Klingbeil hat in Paris über die europäische Kapitalmarktunion und ihre Weiterentwicklung gesprochen. (Archivbild) - keystone

    Parteichef Norbert Walter-Borjans versprach, seine Partei werde trotzdem kein «Lautsprecher der Regierung» sein und auch die Ziele weiterverfolgen, die es nicht in den Koalitionsvertrag geschafft hätten. Seine Co-Vorsitzende Saskia Esken betonte: «Mit der Ampel schreiben wir Geschichte.» Das Dreierbündnis sei aber auch ein Wagnis.

    FDP stimmt am Sonntag ab

    Das Votum des SPD-Parteitags allein reicht zur Bildung der Koalition allerdings nicht aus. Am Sonntag stimmt auch ein FDP-Parteitag ab, die Grünen befragen derzeit ihre Mitglieder. Das Ergebnis dieser Urabstimmung soll am Montag verkündet werden. Erst dann ist klar, ob es erstmals auf Bundesebene eine Regierung aus SPD, Grünen und FDP geben wird.

    Dann könnte der Koalitionsvertrag am Dienstag unterschrieben werden. Am Mittwoch könnte Scholz im Bundestag zum Kanzler gewählt und sein Kabinett vereidigt werden.

    Koalition
    Annalena Baerbock, Robert Habeck, Olaf Scholz, Christian Lindner, Volker Wissing und Saskia Esken sind auf dem Weg zur Pressekonferenz, um den Koalitionsvertrag vorzustellen. - dpa

    Anders als FDP und Grüne hat die Sozialdemokratische Partei Deutschlands noch nicht bekannt gegeben, wen sie in diesem Kabinett als Minister aufstellt. Klar ist, dass die Sozialdemokraten neben dem Kanzleramt die Ministerien für Arbeit und Soziales, Bauen, Gesundheit, Inneres, Verteidigung und wirtschaftliche Entwicklung übernehmen.

    Ausserdem stellt die Sozialdemokratische Partei Deutschlands den Kanzleramtsminister. Es wird damit gerechnet, dass die Namen erst am Montag bekannt gegeben werden – und dass die Sozialdemokratische Partei Deutschlands mehrheitlich Frauen nominiert. Scholz hatte versprochen, dass sein Kabinett paritätisch, also mit mindestens gleich vielen Frauen wie Männern besetzt wird.

    Sozialdemokratische Partei Deutschlands: Corona weiterhin wichtiges Thema

    Schon während der Koalitionsverhandlungen war deutlich geworden, dass SPD, Grüne und FDP einen anderen Regierungsstil an den Tag legen wollen als die Grosse Koalition aus Union und SPD zuletzt. «Es geht uns nicht um eine Politik des kleinsten gemeinsamen Nenners, sondern um eine Politik der grossen Wirkung», versprach Scholz bei der Vorstellung des Koalitionsvertrags.

    Er peilt schon jetzt an, dass das Bündnis länger als eine Legislaturperiode, also länger als vier Jahre halten soll. «Eine Regierung wird möglich, die antritt, um miteinander freundschaftlich zusammenzuarbeiten und um wiedergewählt zu werden», sagte er. Der Aufbruch sei eben nicht in vier Jahren getan.

    Grosse Koalition
    Die Grosse Koalition aus CDU und SPD stiess während der letzten Jahren immer wieder auf Kritik. - Keystone

    Der voraussichtlich künftige Kanzler war in den vergangenen Wochen wegen der sich zuspitzenden Corona-Krise bereits stark gefordert. Kritisiert wurde, dass sich weder die geschäftsführende Grosse Koalition noch die wohl künftige Ampel-Koalition verantwortlich fühlte, entschlossen gegen die rasant steigenden Infektionszahlen anzugehen. Am Samstag verteidigte Scholz die inzwischen beschlossenen schärferen Corona-Beschränkungen vor allem für Ungeimpfte und warb für einen Schub bei den Impfungen.

    Kommentare

    Weiterlesen

    1 Interaktionen
    Berlin
    Balthasar Glättli
    91 Interaktionen
    Grüne im Bundesrat?
    Olaf Scholz
    38 Interaktionen
    Bei SPD-Parteitagen

    MEHR IN POLITIK

    Donald Trump Wahlkampf
    Washington
    7 Interaktionen
    Jerusalem
    Polizei
    3 Interaktionen
    Ulm

    MEHR SPD

    Grüne Berlin
    4 Interaktionen
    Für Sondierungen
    Staatsanwaltschat Hannover
    1 Interaktionen
    Hannover
    klingbeil krieg iran
    Berlin

    MEHR AUS DEUTSCHLAND

    Stefanie Hertel
    4 Interaktionen
    Mit Wolfgang Trepper
    4 Interaktionen
    Bülach
    Florentina Holzinger
    1 Interaktionen
    Berlin
    Amira Aly Babybauch
    26 Interaktionen
    An Babyparty