Die Verteidigungsministerin Christine Lambrecht muss seit ihrem Amtsantritt einiges an Kritik einstecken. Nun nimmt SPD-Chef Lars Klingbeil sie in Schutz.
Lars Klingbeil
SPD-Chef Lars Klingbeil nimmt seine Parteikollegin Christine Lambrecht in Schutz. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Lars Klingbeil nimmt Christine Lambrecht in Schutz.
  • Die Verteidigungsministerin ist wegen eines Hubschrauberflugs in Kritik geraten.
  • Umfragen zeigen, dass viele Leute ihren Rücktritt bevorzugen würden.

Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) geriet wegen eines Hubschrauberfluges mit ihrem Sohn unter Druck. Sie wird nach Angaben von SPD-Chef Lars Klingbeil trotzdem im Amt bleiben.

Parteichef Lars Klingbeil verteidigt Lambrecht

«Christine Lambrecht ist Verteidigungsministerin und sie bleibt es», sagte Klingbeil dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Samstagsausgaben). LArs Klingbeil nahm Lambrecht gegen Kritik in Schutz. «Ich sehe, was die Ministerin täglich leistet. 16 Jahre lang wurde die Bundeswehr heruntergewirtschaftet, und sie muss jetzt die Kehrtwende schaffen.»

Lars KlingbeilChristine Lambrecht
Verteidigungsministerin Christine Lambrecht tritt vorerst nicht zurück – das sagt zumindest Lars Klingbeil. - AFP

Es sei gut, dass mit Lambrecht eine «erfahrene Parlamentarierin und Top-Juristin» an der Spitze des Ministeriums stehe. Lars Klingbeil betonte, Lambrecht habe sich bei der Organisation ihres Urlaubs an die Vorschriften gehalten. «Es ist völlig legitim, dass Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitiker auch mal vier freie Tage haben. Richtig im Urlaub ist man sowieso nie.»

Laut Umfragen wird Rücktritt gefordert

In einer repräsentativen Insa-Umfrage für die «Bild» sprach sich eine Mehrheit von 55 Prozent der Befragten für Lambrechts Rücktritt aus. Knapp ein Fünftel (19 Prozent) der Befragten war hingegen nicht der Ansicht, dass sie als Verteidigungsministerin zurücktreten sollte.

In einer repräsentativen Civey-Umfrage für den Fernsehsender «Welt» gaben hingegen 48 Prozent an, Rücktrittsforderungen an Lambrecht seien nicht gerechtfertigt. 41 Prozent halten die Forderungen demnach schon für berechtigt.

Christine Lambrecht
Christine Lambrecht gerät in letzter Zeit öfters in Kritik. - dpa-infocom GmbH

Lambrecht wird derzeit kritisiert, weil sie vor Ostern mit ihrem Sohn via Regierungshubschrauber zu einem Truppenbesuch in Schleswig-Holstein gereist war. Im Anschluss daran machte sie mit ihrem Sohn Urlaub auf Sylt. Laut Bundesverteidigungsministerium ist eine solche Mitreise rechtlich zulässig; Lambrecht habe wie vorgeschrieben die Kosten «zu 100 Prozent» übernommen.

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