Der geschäftsführende Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat Zweifel an der Zugkraft von CSU-Chef Markus Söder im Bund geäussert.
Söder (l.) und Seehofer (r.)
Söder (l.) und Seehofer (r.) - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • CSU-Politiker: Auch ein Kanzlerkandidat Söder hätte nicht unbedingt gewonnen.

«Ich halte die These, wenn Markus Söder Kanzlerkandidat gewesen wäre, dann wäre alles besser gelaufen, für nicht nachvollziehbar», sagte der frühere CSU-Chef am Mittwoch dem Sender Bild TV. «Wir hätten auch mit Armin Laschet bei einem geschlossenen Wahlkampf die stärkste Fraktion werden können.»

Wer Kanzlerkandidat werde, werde «genauso entblättert und durchleuchtet», wie dies bei der grünen-Kandidatin Annalena Baerbock oder bei Unionskandidat Laschet (CDU) der Fall gewesen sei. Natürlich habe Laschet als Spitzenkandidat die Hauptverantwortung - aber: «Wir haben gemeinsam einen verkorksten Wahlkampf geführt. Das kann man nicht bestreiten», sagte Seehofer.

Für einen wesentlichen Grund der Wahlniederlage hält Seehofer Defizite in der Sozialpolitik der Union. "Wenn wir 1,4 Millionen Wähler an die SPD verlieren - wie ich glaube, aus sozialpolitischen Gründen: Rente, Miete, Familie -, dann haben wir dieses Feld unzureichend bearbeitet. Für die Zukunft riet er der Union: "Vergesst mir die kleinen Leute nicht."

Seehofer will seiner CSU bei der Landtagswahl 2023 nicht als Wahlkämpfer zur Verfügung stehen. Er ziehe sich aus der aktiven Politik zurück: «Wenn Sie aufhören, dann müssen Sie loslassen.» Er gehöre nicht zu denen, die glaubten, sie könnten aufgrund ihrer Erfahrung alles besser. «Die Leute wollen Frauen und Männer sehen, von denen sie wissen: die sind jetzt für unsere Zukunft zuständig, und nicht den Host Seehofer.»

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