EU

    Schottische Regierungschefin wirbt um EU-Unterstützung für Unabhängigkeit

    AFP
    AFP

    Deutschland,

    Kurz vor dem EU-Gipfel zum Brexit hat die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon um Unterstützung der Europäischen Union für die Unabhängigkeit Schottlands geworben.

    Schottlands Regierungschefi n Nicola Sturgeon
    Schottlands Regierungschefi n Nicola Sturgeon - POOL/AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Umfrage: 58 Prozent der Schotten für Austritt aus Grossbritannien.

    «Die schottische Regierung glaubt, dass die beste Zukunft für unser Land als unabhängige Nation innerhalb der EU liegt», schrieb Sturgeon in einem Gastbeitrag für die Zeitung «Die Welt» (Donnerstagsausgabe). Den Brexit bezeichnete sie als «verantwortungslos», «töricht» und «schädlich für die Wirtschaft».

    Der Regierung des britischen Premierministers Boris Johnson warf Sturgeon «Ruchlosigkeit» in ihrem Vorgehen bei der Trennung von der EU vor. Da die Regierung in London entschlossen sei, «Konsens und Solidarität den Rücken zu kehren», brauche Schottland «einen alternativen Weg nach vorn».

    Die Grundwerte der Europäischen Union wie Achtung der Menschenwürde und Menschenrechte, Freiheit, Demokratie, Gleichberechtigung und Rechtsstaatlichkeit seien allesamt «Werte, hinter denen wir mit voller Überzeugung stehen», betonte die schottische Regierungschefin.

    Eine am Mittwoch veröffentlichte Umfrage zeigt, dass die Unterstützung der Schotten für die Unabhängigkeit von Grossbritannien auf ein Rekordhoch gestiegen ist. In der Erhebung des Instituts Ipsos Mori sprachen sich 58 Prozent für die Unabhängigkeit aus. Die Befragung ergab auch eine starke Unterstützung für Sturgeon und ihre Schottische Nationalpartei (SNP). Für die Umfrage waren Anfang Oktober 1045 Schotten ab 16 Jahren befragt worden.

    Sollte Sturgeons Partei bei der schottischen Parlamentswahl im kommenden Jahr die Mehrheit erhalten, erhöhe das auch die Wahrscheinlichkeit eines neuen Unabhängigkeitsreferendums, sagte Institutsdirektorin Emily Gray. Premier Johnson hatte allerdings wiederholt ausgeschlossen, die Befugnisse für die Organisation eines Referendums auf die schottische Regionalregierung zu übertragen.

    Bei der jüngsten Abstimmung im Jahr 2014 hatten 55 Prozent der Schotten für einen Verbleib in Grossbritannien gestimmt. Die SNP argumentiert jedoch, dass angesichts des Brexits eine neue Abstimmung nötig sei. Bei bei dem britischen Referendum über den EU-Austritt von 2016 hatte sich eine Mehrheit der Schotten für den Verbleib in der Europäischen Union ausgesprochen.

    Die EU-Staats- und Regierungschefs befassen sich am Donnerstag (ab 15.00 Uhr) mit den Verhandlungen über ein Handelsabkommen mit Grossbritannien nach dem Brexit. Sie wollen laut einem vorbereiteten Erklärungsentwurf ihre «Besorgnis» über bisher unzureichende Ergebnisse äussern und eine nochmalige Intensivierung der Verhandlungen fordern. Zugleich rufen sie dazu auf, die Vorbereitungen auf ein mögliches Scheitern der Gespräche zu beschleunigen.

    Kommentare

    Weiterlesen

    Häggenschwil SG
    19 Interaktionen
    Zählerin baff
    stella kolumne
    29 Interaktionen
    Stella

    MEHR IN POLITIK

    Ging um Rassismus
    2 Interaktionen
    Madrid
    Aline Trede
    4 Interaktionen
    Aline Trede
    Céline Widmer: Knapp vier Monate im Amt und bereits stark gefordert. - Christian Lanz
    3 Interaktionen
    Céline Widmer (SP)

    MEHR EU

    eu-vertragspaket
    1 Interaktionen
    Bern
    hitze
    1 Interaktionen
    EU
    eu-vertragspaket
    1 Interaktionen
    EU-Verträge
    Duma-Wahl Russland
    9 Interaktionen
    Russland

    MEHR AUS DEUTSCHLAND