Salzburgerland führt Lachgas-Verbot für Jugendliche ein
Das österreichische Land Salzburg verschärft seine Jugendschutzbestimmungen und will als erstes Bundesland ein Lachgasverbot für Heranwachsende durchsetzen. Das hat Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ) am Samstag angekündigt.

Die Verschärfungen sollen schon nächste Woche per Initiativantrag im Landtag beschlossen werden. In Kraft treten werden die Bestimmungen einige Monate später. Svazek bezeichnete Lachgas als «gefährliches Rauschmittel und kein Partyspass». Das Gas werde von Jugendlichen zunehmend als «Partydroge» konsumiert.
Angeboten werde es unter anderem in Automatenshops in grellbunten Kartuschen und gleich mit den passenden Luftballons zur Inhalation. Es gehe offensichtlich um den schnellen Rausch, so Svazek. Dabei drohten beim Konsum Sauerstoffmangel, Lähmungserscheinungen, Bewusstlosigkeit und schwere neurologische Schäden.
«Dass solche Produkte für Jugendliche frei zugänglich sind, ist schlicht unverantwortlich», sagte die FPÖ-Politikerin. «Nach wiederholten und leider verhallten Appellen an den Bund» gehe man in Salzburg nun selbst voran.
Von Frankreich über das Vereinigte Königreich bis hin zu den Niederlanden haben zahlreiche europäische Länder in den vergangenen Jahren die Vorschriften in Bezug auf Lachgas verschärft. Die Europäische Kommission hat kürzlich sogar vorgeschlagen, den Verkauf von Lachgasflaschen an die breite Öffentlichkeit ab Februar 2027 zu verbieten.
Laut der österreichischen Nachrichtenagentur APA ist in Deutschland Verkauf und Besitz von Lachgas für Minderjährige bereits im April verboten worden.
In der Schweiz hingegen ist Lachgas frei verkäuflich und scheint vor allem bei Jugendlichen immer beliebter zu werden. Zahlen bestätigen den Trend. So nehme beispielsweise die Grösse der vom Schweizer Zoll beschlagnahmten Flaschen zu, sagte im Frühling dieses Jahres Daniel Dauwalder vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage.
Es wurden bereits mehrere parlamentarische Vorstösse eingereicht, um den Bund zum Handeln aufzufordern. Im vergangenen Jahr erklärte sich die Landesregierung auf ein Postulat von Nationalrätin Jacqueline de Quattro (FDP/VD) hin bereit, die verfügbaren Daten und die verschiedenen möglichen Lösungen zu prüfen.
Distickstoffmonoxid (N2O), auch als Lachgas bekannt, ist eine gasförmige Substanz, die in verschiedenen Bereichen zur Anwendung kommt. In der Medizin wird Distickstoffmonoxid seit dem 19. Jahrhundert als Schmerz- und Betäubungsmittel verwendet.
Mitte Oktober verurteilte das Kantonsgericht Baselland einen 23-jährigen Schweizer wegen einer für einen Kollegen tödlich verlaufenen Autofahrt unter Lachgas-Einfluss zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten. Das Gericht befand, es liege vorsätzliche Tötung vor.
Der Beschuldigte verlor im November 2021 auf der A2 bei Arisdorf BL unter Lachgaseinfluss die Kontrolle über sein Auto. Er prallte mit überhöhter Geschwindigkeit gegen eine Betonmauer.










