Der entmachtete sudanesische Ministerpräsident Abdullah Hamduk wird in der Residenz des höchsten Militärs, General Abdel Fattah al-Burhan, festgehalten.
Sudan
Der entmachtete sudanesische Regierungschef Abdalla Hamdok. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Man habe Hamduk zu seiner eigenen Sicherheit in die Residenz gebracht.
  • Demnach soll Hamduk auch das Recht haben, sich frei zu bewegen.

Der bei einem Putsch im ostafrikanischen Sudan entmachtete Ministerpräsident Abdullah Hamduk wird in der Residenz des höchsten Militärs, General Abdel Fattah al-Burhan, festgehalten. Man habe Hamduk zu seiner eigenen Sicherheit in die Residenz gebracht, sagte Al-Burhan während einer Ansprache am Dienstag. «Er ist bei mir zuhause.» Demnach soll Hamduk auch das Recht haben, sich frei zu bewegen.

Der Verbleib Hamduks, der seit August 2019 gemeinsam mit Al-Burhan an der Spitze einer Übergangsregierung stand, war nach der Machtergreifung des Militärs am Montagmorgen zunächst unklar. Laut einer Mitteilung des Informationsministeriums wurde er von Angehörigen des Militärs an einen unbekannten Ort verschleppt. Daraufhin hatten unter anderem Deutschland, die USA und die Vereinten Nationen, die sofortige Freilassung Hamduks gefordert.

Internet soll graduell wiederhergestellt werden

Al-Burhan versprach, das Internet graduell wiederherzustellen. Seit Montagmorgen sind das Internet, das Mobilfunknetz und Teile des Festnetzes gestört, die meisten Menschen können nicht mehr anrufen oder angerufen werden. Das Militär hat am Montag in dem ostafrikanischen Land mit rund 44 Millionen Einwohnern die Macht übernommen.

Al-Burhan verkündete die Entmachtung der zivilen Regierungsmitglieder und verhängte einen Ausnahmezustand. Nach Einschätzung der Vereinten Nationen kontrolliert das Militär die Hauptstadt Khartum. Der Flughafen, Brücken und das Staatsfernsehen seien in der Hand der Streitkräfte und die Eingänge in die Stadt versperrt.

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