Putin als Vorbild? Maduro lässt Wahlen für Nachbarregion abhalten

    Nikolaus Führmann
    Nikolaus Führmann

    Venezuela,

    Venezuelas Machthaber Maduro veranstaltet am Sonntag auch Wahlen für ein ölreiches Gebiet in Guyana. Das Vorgehen erinnert an das von Putin vor Kriegsbeginn.

    Maduro Putin
    Nicolás Maduro scheint mit Blick auf das Nachbarland eine ähnliche Strategie zu verfolgen wie Wladimir Putin mit der Ukraine. (Archivbild) - Keystone

    Venezuelas Präsident Nicolás Maduro lässt am Sonntag Regionalwahlen im umstrittenen Essequibo-Gebiet abhalten. Venezuela beansprucht das Gebiet, das etwa zwei Drittel des Staatsgebietes von Guyana umfasst und reich an Öl ist.

    Im Jahr 2015 entdeckte ExxonMobil vor der Küste Essequibos riesige Ölvorkommen, was den Konflikt neu entfachte. Guyana profitiert seither von enormem Wirtschaftswachstum, während Venezuela seine Ansprüche mit Nachdruck erneuert.

    Maduro will die Essequibo-Region per Gesetz zur venezolanischen Provinz erklären, so die «Tagesschau». Zudem hat er den staatlichen Ölkonzern angewiesen, sofort Lizenzen für die Förderung in Essequibo zu vergeben.

    Parallelen zu Krim

    Internationale Beobachter sehen Parallelen zu Russlands Annexion der Krim und der Ostukraine, wie die «Welt» analysiert. Auch Putin nutzte Wahlen und Gesetzesänderungen, um Gebietsansprüche zu legitimieren und Fakten zu schaffen.

    Putin 2014 Krim
    Wladimir Putin 2014 auf der Krim. (Archivbild) - Keystone

    Maduro setzt auf nationale Identität und historische Besitzansprüche, ähnlich wie Putin bei der Ukraine. Beide Machthaber berufen sich auf historische Verträge und nutzen wirtschaftliche Interessen als Begründung.

    Die USA und andere Staaten verurteilen das Vorgehen Venezuelas laut «Die Zeit» scharf. Sie sehen darin eine Verletzung des Völkerrechts und warnen vor weiteren Provokationen.

    Putin als Synonym für Annexion

    Der Begriff „Putin-Strategie“ steht inzwischen für die schrittweise Annexion umstrittener Gebiete, wie die «Welt» erläutert. Maduro orientiere sich an diesem Muster, indem er Regionalwahlen in einem fremden Staatsgebiet abhalten lässt.

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    Guyanas Präsident Irfaan Ali protestiert gegen das Vorgehen Venezuelas, das Parallelen zu dem von Putin aufweist. (Archivbild) - Keystone

    Guyanas Regierung sieht ihre Souveränität und territoriale Integrität bedroht, wie Präsident Irfaan Ali gemäss «Die Zeit» betont. Die internationale Gemeinschaft fordert eine friedliche Lösung und ruft Venezuela zur Einhaltung von Abkommen auf.

    Der Konflikt um Essequibo bleibt angespannt. Beide Seiten verhärten ihre Positionen, militärische Drohungen werden nicht ausgeschlossen, wie «amerika21» berichtet.

    Vom Busfahrer zum Diktator

    Nicolás Maduro wurde 1962 in Caracas geboren. Er war Busfahrer und Gewerkschafter, bevor er in die Politik einstieg.

    Warst du schon mal in Südamerika?

    Nach dem Tod von Hugo Chávez wurde er 2013 Präsident Venezuelas. Er regiert das Land zunehmend autoritär und steht international in der Kritik.

    Im Januar liess sich Maduro trotz massiver Wahlfälschungsvorwürfe und Proteste für eine dritte Amtszeit vereidigen. Beobachter werfen ihm vor, ein totalitäres Regime zu installieren.

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    Kommentare

    User #4840 (nicht angemeldet)

    Geld und Macht. Macht und Geld.

    User #4571 (nicht angemeldet)

    Ist Maduro 2.2 m gross?

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