Der Ausdruck «Pushback» ist das Unwort des Jahres 2021. Auf Platz zwei folgt der Begriff «Sprachpolizei».
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Flüchtlinge im November an belarussisch-polnischer Grenze. - BELTA/AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • «Pushback» ist das Unwort des Jahres 2021.
  • «Sprachpolizei» liegt auf Platz zwei.
  • Eine Jury hat die Worte unter 454 Ausdrücken ausgewählt.

Der Ausdruck «Pushback» ist das Unwort des Jahres 2021. Mit dem Begriff werde ein menschenfeindlicher Prozess des Zurückdrängens von Flüchtenden an den Grenzen durch Europas Grenztruppen beschönigt. So begründete eine Jury aus Sprachwissenschaftlern am Mittwoch im hessischen Marburg die Wahl.

«Pushback» folgt damit auf die Begriffe «Corona-Diktatur» und «Rückführungspatenschaften», die im vergangenen Jahr zu Unwörtern des Jahres erklärt wurden.

Grenze Belarus Polen
Tausende Flüchtlinge befinden sich derzeit an der Grenze von Belarus zu Polen. - Keystone

Die Jury der sprachkritischen Aktion erhielt nach eigenen Angaben für das Jahr 2021 insgesamt 1308 Einsendungen. Darin wurden 454 verschiedene Ausdrücke für die Wahl des Unworts vorgeschlagen. Unter den häufigsten Einsendungen waren demnach viele rund um die Corona-Pandemie wie «Boostern», «Covidiot» oder «Tyrannei der Ungeimpften». Die Einsendungen hätten aber nicht zwingend den Kriterien der Jury entsprochen.

Diese wählte auf Platz zwei den Begriff «Sprachpolizei». Damit sollten Menschen diffamiert, die sich für einen angemessenen, nicht diskriminierenden Sprachgebrauch einsetzen. Auf Platz drei kamen Vergleiche mit dem Nationalsozialismus, die im Zuge der Corona-Demonstrationen von Impfgegnern und -gegnerinnen verwendet wurden: Etwa «Impfnazi» oder «Ermächtigungsgesetz» für Infektionsschutzgesetz.

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