Premier Burnham macht erste Auslandsreise: Besuch in Kiew

Keystone-SDA
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Grossbritannien,

Seine erste Auslandsreise im Amt hat den neuen britischen Premierminister Andy Burnham in die Ukraine geführt. Grossbritannien werde trotz «unerhörter Drohungen» aus Moskau die Ukraine weiterhin in ihrem Abwehrkampf unterstützen, sagte Burnham in einer Ansprache in Kiew anlässlich der Feierlichkeiten zum 35. Jahrestag der Unabhängigkeit des Landes. «Das ist der Moment, um den Druck auf Russland aufrechtzuerhalten, der Moment um ihre Fähigkeiten zur Finanzierung dieses illegalen Kriegs zu beschränken», sagte der Labour-Politiker. Die Ukraine sei Europas Beschützer, keine Last.

ARCHIV - Der neue britische Premierminister Andy Burnham gibt ein Statement. Foto: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa
ARCHIV - Der neue britische Premierminister Andy Burnham gibt ein Statement. Foto: Kirsty Wigglesworth/AP/dpa - Keystone/AP/Kirsty Wigglesworth

Die Regierung in London erlaubt dem französisch-britisch-italienischen Rüstungsunternehmen MBDA die Weitergabe geheim eingestufter Informationen, um Kiew die Fertigung von Marschflugkörpern vom Typ Scalp in der Ukraine zu ermöglichen, wie Burnhams Büro in der Nacht weiter erklärte. Die Freigabe der Informationen für die britischen Komponenten der Marschflugkörper ermögliche es der Ukraine und auch Frankreich, eine Produktion in der Ukraine zu etablieren.

Kreml kritisiert Übergabe von Raketeninformation an Kiew

Kiews Militär nutzt die von Grossbritannien und Frankreich bereitgestellten Marschflugkörper mit einer Reichweite von mehr als 250 Kilometern bereits. In Grossbritannien wird das Geschoss Storm Shadow genannt, in Frankreich Scalp. Die Marschflugkörper ermöglichen der Ukraine präzise Angriffe auch weit hinter der Frontlinie.

In Moskau warf Kremlsprecher Dmitri Peskow London vor, mit den Scalp-Plänen «methodisch und regelmässig Öl ins Feuer» des Kriegs zu giessen. Grossbritannien sei Kriegspartei und schmiede «Intrigen, um auch nur die geringste Entwicklung eines friedlichen Prozesses der Regulierung zu verhindern», sagte Peskow russischen Agenturen zufolge. Moskaus Streitkräfte ergriffen aus dem diesem Grund Massnahmen, «um die Produktionsstätten solcher Raketen und anderer militärischer Ausrüstung zu ermitteln, und Massnahmen zur Zerstörung der entsprechenden Objekte zu ergreifen».

Ukraine feiert 35 Jahre Unabhängigkeit

Burnham nahm zusammen mit anderen internationalen Gästen an den Feierlichkeiten zum 35. Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine teil. Geplant war auch ein Treffen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj. Selenskyj war Ende Juli nach Burnhams Amtsübernahme dessen erster ausländischer Staatsgast in Grossbritannien gewesen.

Geplant ist heute auch eine Videoschalte der sogenannten Koalition der Willigen. Der Austausch soll nach Angaben der Nato und aus Frankreich von Burnham, dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ausgerichtet werden. EU-Ratspräsident António Costa will wie Burnham von Kiew aus teilnehmen. Für die Nato soll sich die stellvertretende Nato-Generalsekretärin zuschalten.

Die Ukraine erlangte am 24. August 1991 ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Im seit viereinhalb Jahren andauernden Angriffskrieg Russlands, bei dem Kiew die Kontrolle über Teile seines Staatsgebiets an den verfeindeten Nachbarn verloren hat, verteidigt das Land seine Souveränität mit Hilfe westlicher Staaten.

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