Gewalt

    Neue Gewalt im Westjordanland

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Palestina,

    Im Norden des von Israel besetzten Westjordanlands ist es erneut zu gewaltsamen Vorfällen gekommen. Die israelische Armee meldete, sie habe in der Nacht einen Palästinenser getötet, der versucht habe, einen israelischen Soldaten mit einem Messer anzugreifen.

    ARCHIV - Israelische Soldaten blockieren eine Straße im Westjordanland. Foto: Ilia Yefimovich/dpa
    ARCHIV - Israelische Soldaten blockieren eine Straße im Westjordanland. Foto: Ilia Yefimovich/dpa - Keystone/dpa/Ilia Yefimovich

    Palästinensischen Berichten zufolge stürmten israelische Einsatzkräfte dessen Haus. Palästinensische Medien berichteten zudem, dass bei einem israelischen Einsatz im Ort Sababda ein 14 Jahre alter Junge durch Schüsse israelischer Kräfte verletzt worden sei. Israels Militär sagte auf Anfrage, sie gehe dem nach.

    Zum ersten Vorfall sagte Israels Armee weiter, Soldaten seien in der Stadt Dschenin, die als Hochburg militanter Palästinenser gilt, im Einsatz gewesen. Soldaten hätten auf den mutmasslichen Angreifer geschossen. Auf israelischer Seite habe es keine Verletzten gegeben. Palästinensischen Medien zufolge widersetzte sich der Getötete israelischen Einsatzkräften, als diese sein Haus stürmten. Dabei sei er erschossen worden.

    Mehrere Medien berichteten übereinstimmend, der Mann sei der Vater eines Palästinensers gewesen, der im April 2022 bei einem Anschlag in Israels Küstenmetropole Tel Aviv drei Menschen getötet hatte. Demnach lobte der Vater seinen Sohn damals für die Tat.

    Radikale Siedler belagern weiter Häuser in Kusra

    In dem Dorf Kusra, das ebenfalls im Norden des Westjordanlands liegt, belagern radikale israelische Siedler Berichten zufolge unterdes weiterhin die Häuser mehrerer palästinensischer Bewohner. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete unter Berufung auf den Dorfvorsteher Abdul Asim al-Wadi, dass die Betroffenen weiterhin ihre Häuser nicht verlassen könnten. Demnach sind Lebensmittel und einige Medikamente bereits knapp.

    Ein Angehöriger der Bewohner sagte jüngst, diese blieben aus Angst, Siedler könnten sie andernfalls besetzen, in ihren Häusern. Der siedlerfreundliche US-Botschafter Mike Huckabee nannte die Siedler in Kusra zuletzt «israelische Terroristen».

    Verschärfte Gewalt seit Hamas-Massaker

    Die Lage im besetzten Westjordanland hat sich seit dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 in Israel und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg noch einmal verschärft. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden im Westjordanland seitdem mehr als 1.105 Palästinenser bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und Anschlägen getötet.

    Aber auch die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser hat stark zugenommen. Dem israelischen Militär wird dabei immer wieder vorgeworfen, nicht entschlossen genug gegen solche Angriffe vorzugehen.

    Umstrittenes Siedlungsprojekt im Westjordanland

    Für Unruhe im Westjordanland sorgt zudem, dass Israel zugleich ein äusserst umstrittenes Siedlungsvorhaben vorantreibt. Das Bauministerium veröffentlichte diese Woche eine Ausschreibung für den Bau von mehr als 1.200 Wohneinheiten für das Projekt. Konkret geht es um das sogenannte E1-Gebiet zwischen Ost-Jerusalem und der Siedlung Maale Adumim.

    Eine Bebauung in dem Gebiet würde das Westjordanland faktisch in einen nördlichen und einen südlichen Teil aufspalten. Damit würde die Schaffung eines zusammenhängenden Territoriums für einen künftigen palästinensischen Staat erschwert oder gar unmöglich gemacht.

    Kommentare

    User #7011 (nicht angemeldet)

    Gewalt der Siedler gegen israelische Aktivisten zeigt die wahre Katastrophe.

    User #7011 (nicht angemeldet)

    Die Eskalation bzw. die Gewaltspirale im Westjordanland und in Gaza, wobei das Massaker im Oktober 2023, eine abscheuliche Tat war, welche die Situation der Palästinenser verschlechtert um Vielfaches, Judenhass global verschlimmert hat, geht solange weiter bis Israel international völlig isoliert sein wird.

    Weiterlesen

    f
    79 Interaktionen
    2000.-
    Beulendoktor: «Arbeite derzeit bis zu 16 Stunden am Tag»
    8 Interaktionen
    Hagelschäden

    MEHR IN POLITIK

    7 Interaktionen
    Ceuta
    Israel Armee Westjordanland
    Westjordanland

    MEHR GEWALT

    Frankreich Schülerproteste
    27 Interaktionen
    Exzesse
    12 Interaktionen
    Paris
    1 Interaktionen
    Mogadischu
    FC Luzern
    1 Interaktionen
    Kanton Luzern

    MEHR AUS PALESTINA

    14 Interaktionen
    Tel Aviv/Gaza
    sdf
    11 Interaktionen
    Ramallah/New York
    Gaza
    Von Gaza
    45 Interaktionen
    Tel Aviv/Gaza