Pakistan: Internet in Kaschmir seit 100 Tagen massiv gestört
Im pakistanisch verwalteten Teil Kaschmirs ist das Internet seit 100 Tagen massiv gestört.

Das geht aus Zahlen der auf Internetsperren spezialisierten Organisation Netblocks hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.
Im Zuge schwerer Proteste mit Toten und Verletzten seit Anfang Juni war der Internetzugang in der Unruheregion eingeschränkt worden. Insbesondere das Verfahren der damals bevorstehenden Lokalwahlen stand im Fokus der Demonstranten. Obwohl in den Protesthochburgen um die Stadt Rawalakot bisher aus Sicherheitsgründen nicht gewählt wurde, ist auf Grundlage der restlichen Wahlergebnisse bereits eine Regierung für die autonome Region zusammengetreten.
Javid Razzaq aus der Region Kotli in Kaschmir sagte der Deutschen Presse-Agentur zum fehlenden Internetzugang: «Das macht den Leuten extreme Schwierigkeiten. Keinen Zugang zu grundlegenden Dingen wie WhatsApp zu haben, schmerzt.»
Geldautomaten funktionierten wieder, aber der Zugang zu Websites und Apps für den Bankverkehr sei weiterhin nicht gegeben. In Pakistan sind digitalisierte Zahlungslösungen sehr viel weiter fortgeschritten als in Deutschland.
Die Himalaya-Region Kaschmir wird von den Atommächten Indien und Pakistan beansprucht. Beide Staaten kontrollieren jeweils einen Teil des Gebiets.














