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    Internet-Trend: Absichtliches Geisterfahren fordert schon zwölf Tote

    Simon Binz
    Simon Binz

    Grossbritannien,

    Beim absichtlichen Geisterfahren für Social-Media-Videos sind in Grossbritannien und Irland bereits zwölf Menschen gestorben.

    Absichtliches Geisterfahren
    Für sieben Menschen kam beim Geisterfahrer-Crash nahe Middlesbrough (England) jede Hilfe zu spät. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Sieben Menschen starben bei einem Geisterfahrer-Unfall nahe Middlesbrough.
    • Eine Woche zuvor kamen in Irland fünf Jugendliche bei einem Unfall ums Leben.
    • Ermittler prüfen einen Zusammenhang mit der «Driving Wrong Way»-Challenge.

    Ein tödlicher Internet-Trend fordert immer mehr Opfer. Innerhalb weniger Tage sind in Grossbritannien und Irland zwölf Menschen gestorben. Grund sollen Autofahrer sein, die absichtlich als Geisterfahrer unterwegs waren.

    In der Nacht auf Samstag ereignete sich auf der A66 bei Middlesbrough ein schwerer Unfall. Ein VW Passat mit fünf jungen Insassen war zuvor auf der Flucht vor der Polizei. Das Fahrzeug fuhr als Geisterfahrer auf die Autobahn und prallte frontal mit einem entgegenkommenden Streifenwagen zusammen.

    Hast du auch schon Internet-Trends mitgemacht?

    Der Aufprall war so heftig, dass alle sieben Beteiligten noch am Unfallort starben. Unter den Toten waren auch die beiden Polizeibeamten im Alter von 37 und 38 Jahren.

    Bereits eine Woche zuvor hatte sich in Irland ein ähnliches Drama ereignet. Auf der Autobahn M9 westlich von Dublin raste ein Auto auf der falschen Fahrbahn in den Gegenverkehr. Fünf Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren kamen dabei ums Leben. Die vier Insassen des entgegenkommenden Wagens wurden schwer verletzt, darunter ein Kind.

    Verkehrsunfall Irland
    Vor einer Woche starben in Irland fünf Jugendliche bei einem Verkehrsunfall auf der M9 westlich von Dublin. Auch hier soll die «Driving Wrong Way Challenge» eine Rolle gespielt haben. - Screenshot/X

    Gefährlicher Internet-Trend: Absichtliches Geisterfahren

    Die Hintergründe beider Unglücke werden derzeit untersucht. Es gibt jedoch einen erschreckenden gemeinsamen Nenner: Beide Unfälle sollen mit einem gefährlichen Internet-Trend zusammenhängen. Dabei fahren Autofahrer absichtlich auf der falschen Strassenseite.

    Unter Begriffen wie «Driving Wrong Way Challenge» kursieren zahlreiche Videos im Netz. Vor allem junge Menschen halten darin ihre riskanten Fahrten für soziale Netzwerke fest. Die Aufnahmen zeigen meist zuerst den Tacho, der dreistellige Geschwindigkeiten anzeigt. Danach richtet sich die Kamera auf vermummte Fahrer, die ihr gefährliches Manöver in Szene setzen.

    Internet-Trend absichtliches Geisterfahren
    Unter «Driving Wrong Way Trend» werden Videos gesammelt angezeigt, die gefährliche Fahrmanöver zeigen. - Foto: Tiktok

    Irlands Premierminister Micheál Martin (66) verurteilte das Verhalten der Fahrer scharf. Ein Ausschuss des irischen Parlaments forderte Tiktok zudem auf, offenzulegen, wie die Plattform gegen Inhalte vorgeht, die gefährliches Verhalten im Strassenverkehr verherrlichen.

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