Orbans Netzwerk soll Vermögen ins Ausland transferieren
Orbans Netzwerk soll nach der Wahlniederlage Vermögen in Milliardenhöhe ins Ausland transferieren – Magyar fordert sofortiges Eingreifen der Behörden.

Nach Orbans Wahlniederlage vom 12. April erheben sich schwere Vorwürfe gegen seinen inneren Kreis, wie der «ORF» berichtet. Oligarchen aus Orbans Umfeld sollen «Dutzende Milliarden Forint» in Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate, die USA und Uruguay transferieren.
Der designierte Ministerpräsident Peter Magyar machte diese Anschuldigungen in sozialen Netzwerken öffentlich. Mehrere Oligarchenfamilien hätten bereits das Land verlassen, ihre Kinder von der Schule abgemeldet und Sicherheitspersonal für die Abreise organisiert.
Magyar forderte Staatsanwaltschaft, Polizei und Steuerbehörde zum Handeln auf. Die Behörden müssten verhindern, dass «kriminell erworbenes» Vermögen ins Ausland gebracht werden, berichtet die «Berliner Zeitung».
Vom Installateur zum milliardenschweren Vermögen
Konkrete Belege für seine Vorwürfe legte Magyar bislang nicht vor, wie die «Berliner Zeitung» festhält. Im Zentrum der Kritik steht Lorinc Meszaros, Orbans Jugendfreund aus dem Heimatdorf Felcsut.
Der einstige Rohrleitungsinstallateur baute ein milliardenschweres Firmengeflecht auf, wie der «ORF» schreibt. Sein Konzern Opus Global umfasst heute Bau, Bankwesen und Tourismus.
Magyar sagte dazu an seiner ersten Pressekonferenz nach dem Wahlsieg: «Lorinc Meszaros wurde in zehn Jahren zehnmal reicher als die britische Königsfamilie in 400 Jahren.» Meszaros selbst hatte seinen Aufstieg einst mit « Viktor Orban» erklärt, wie der «ORF» berichtet.
Schadensbegrenzung per Brief
Laut «ORF» wandte sich Meszaros nun direkt schriftlich an Magyar, um die Lage zu beruhigen. Seine Konzerngruppe erklärte, die Jobsicherung der 60'000 Beschäftigten habe oberste Priorität.
Magyar behauptet, Meszaros halte sich bereits in Dubai auf. Das Unternehmen bestätigte dies laut «ORF» nicht.

Auch Orbans Schwiegersohn Istvan Tiborcz steht im Fokus, Vermögen ins Ausland zu transferieren. Er lebt mit seiner Familie bereits in den USA.
MAGA als Rückzugsort
Weitere FIDESZ-nahe Personen beantragen derzeit vermehrt US-Arbeitsvisa, berichtet der «ORF» unter Berufung auf den britischen «Guardian». Die Hoffnung bestehe, Posten im Netzwerk der MAGA-Bewegung zu erhalten.
Investigativjournalist Szabolcs Panyi sagte, die USA könnten unter der Trump-Regierung zu einem sicheren Hafen für die ungarische Führung werden. Dies gelte, solange diese Regierung im Amt sei.
Die neue Regierung unter Magyar tritt im Mai an. Untersuchungen bezüglich der Vermögen sollen unmittelbar danach beginnen.












