Magyar will staatliche Nachrichtensendungen stoppen

    Melsada Zec-Zejnic
    Melsada Zec-Zejnic

    Ungarn,

    Nach seinem Wahlsieg kündigte Peter Magyar an, staatliche Nachrichtensendungen vorübergehend als Propagandamedien zu stoppen.

    Magyar
    Peter Magyar kündigt nach seinem Wahlsieg Eingriffe in die staatlichen Medien an. - keystone

    Nach dem Sieg seiner «Tisza»-Partei bei der ungarischen Parlamentswahl hat Oppositionschef Peter Magyar die staatlichen Nachrichtensendungen ins Visier genommen. Er kündigte an, sie nach der Regierungsbildung vorläufig auszusetzen, wie «Handelsblatt» berichtet.

    Der künftige Regierungschef argumentiert laut «Stern» mit monatelanger Einseitigkeit und Propaganda in den öffentlich‑rechtlichen Sendern. Er spricht von «Falschmeldungen» und «Propaganda‑Maschinerie» der staatlichen Rundfunk‑Holding MTVA, die die Rolle als öffentlich‑rechtliche Medien vernachlässigt habe.

    Magyar
    Nach dem Wahlsieg nimmt Peter Magyar die staatlichen Nachrichtenprogramme ins Visier. - keysrone

    In Interviews mit Kossuth-Radio und dem Sender M1 kündigte Magyar erste Schritte nach der Regierungsbildung an. Er bezeichnete die Sender als «Propagandamedien» und stellte ihre Rolle als neutrale Nachrichtenplattform infrage.

    Magyar plant Neuausrichtung

    Die Programme unterliegen formal dem Mediengesetz von 2010. Kritiker sehen sie jedoch als einseitig zugunsten der Regierung Orban, während oppositionelle Stimmen kaum vorkommen, schreibt «Handelsblatt».

    Magyar betonte, seine geplanten Massnahmen würden im Einklang mit den geltenden Gesetzen stehen. Ziel sei es, die Unabhängigkeit der Medien wiederherzustellen und staatliche Sender neu auszurichten, berichtet «Stern».

    Findest du es richtig, staatliche Nachrichtensendungen vorübergehend auszusetzen?

    Beobachter sehen in den Plänen einen möglichen Einschnitt in die bisher stark staatlich geprägte Medienlandschaft. Zugleich gilt die Reform der öffentlichen Medien als entscheidend für mehr journalistische Vielfalt, so «NDR».

    Zurückhaltende Reaktionen

    Moderatoren staatlicher Sender fragten, ob die Einstellung der Nachrichtenprogramme gegen das Mediengesetz verstosse, berichtet «Handelsblatt». Magyar entgegnete, die Sender hätten ihre gesetzlichen Pflichten nicht erfüllt und rechtfertigte so die geplante Unterbrechung.

    Reaktionen aus den staatlichen Medien bleiben bislang verhalten, berichtet «Stern». Beobachter warnen, dass eine abrupte Stoppage der News‑Formate zu Informationslücken und politischer Unsicherheit führen könnte.

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    Die geplanten Massnahmen sorgen für Debatten über Medienfreiheit. - keystone

    Die Bildung der neuen Regierung wird für Mitte bis Ende Mai erwartet. Details zur konkreten Umsetzung der Medienpläne sind bislang offen, wie «Pester Lloyd» berichtet.

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    Kommentare

    User #5435 (nicht angemeldet)

    Der Goldjunge der SVP und seine Kollegas dürften noch 2-3 Verfahren bekommen.

    User #1386 (nicht angemeldet)

    Sämtliche Nachrichtensendungen von Ungarns Sender M1 und Kossuth werden nun von Orbáns Nachfolger verboten. Sie werden erst wieder zugelassen, wenn sie «eine unabhängige Berichterstattung gewährleisten», wie Magyar das formulierte. «Unabhängig» heisst in diesem Fall natürlich Magyar-freundlich und nicht mehr Orbán-freundlich. Von Links bis Mitte-Grün wird im Ausland bejubelt, was bei Trump von derselben Gruppierung für Empörung sorgte. Doppelmoral!

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