Oppositionschef in Tansania zu vier Jahren Haft verurteilt
Im ostafrikanischen Tansania hat das Oberste Gericht den führenden Oppositionspolitiker Tundu Lissu wegen Anstiftung zu Gewalt zu vier Jahren Haft verurteilt.

Eine Anklage wegen Hochverrats, das nach tansanischem Recht mit der Todesstrafe geahndet werden kann, wurde fallen gelassen. Lissu kann gegen das Urteil Berufung einlegen.
Lissu, der Vorsitzende der grössten Oppositionspartei Chadema, war im April 2025 verhaftet worden, nachdem er auf einer politischen Kundgebung im Vorfeld der Parlamentswahlen am 29. Oktober 2025 Reformen gefordert hatte. Seitdem befand sich der 58-Jährige in Untersuchungshaft.
Nach der Wahl in der ehemaligen deutschen Kolonie (1885-1918) kam es zu landesweiten Unruhen, bei denen Hunderte Demonstranten getötet wurden. Während die Opposition und Menschenrechtsorganisationen den Sicherheitskräften exzessive Gewalt vorwarfen, machte eine von Präsidentin Samia Suluhu Hassan eingesetzte Kommission die Demonstranten für die Gewalt verantwortlich.
Das bei Touristen für den Serengeti Nationalpark, die Urlaubsinsel Sansibar und Afrikas höchsten Berg Kilimandscharo beliebte Tansania gilt eigentlich als eines der stabileren Länder Afrikas. Hassans Partei CCM regiert das Land mit seinen etwa 70 Millionen Einwohnern seit seiner Unabhängigkeit vor mehr als 60 Jahren.














