In SBB-Zug: Mitarbeiter schaut im Zug Videos ohne Kopfhörer
Ein mutmasslicher SBB-Mitarbeiter soll im Zug ohne Kopfhörer Videos auf seinem Handy abgespielt haben. Die SBB appelliert an den gesunden Menschenverstand.
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Das Wichtigste in Kürze
- Ein Reddit-User kritisiert einen mutmasslichen SBB-Mitarbeiter, der im Zug Videos ohne Kopfhörer abgespielt haben soll.
- Nach einer Beschwerde habe der Mann die Lautstärke reduziert.
- Die SBB kann den Vorfall nicht verifizieren, betont aber, dass Rücksichtnahme auch für Mitarbeitende gilt.
Auf Instagram, Tiktok oder Youtube scrollen und dabei auf Kopfhörer verzichten: Das sorgt in Schweizer Bussen und Zügen immer wieder für Ärger. Nun scheinen sich sogar SBB-Mitarbeitende nicht immer an die ungeschriebene Regel zu halten.
Ein Reddit-User berichtet in der Gruppe «SBB» von einem solchen Fall und stellt ein Video des mutmasslichen Übeltäters online. Dabei soll es sich um einen Wagenreiniger in Uniform gehandelt haben.
«Da muss man sich schon fragen, ob die SBB ihr Personal nicht genügend schult. Oder ob gewissen Menschen ihr Auftreten in Uniform egal ist», motzt der User «Raupenpanzer».
Immerhin: Nach einer Beschwerde habe der Mann sein Handy leiser gestellt.
Weitere Berichte über Störungen
Auch andere Reddit-User kennen das Problem. «Hatte mal so einen am Morgen nach der Nachtschicht im praktisch ersten Zug», berichtet einer.
Nicht alle können die Aufregung allerdings nachvollziehen.
Ein User findet, es gebe durchaus schlimmere Zumutungen im ÖV – und kommentiert süffisant: «Die Oma, die ihr hässlich stinkendes Thon-Birchermüesli mit offenem Mund heruntergeschmatzt hat und mit vollem Mund labernd auf Lautsprecher mit ihrer Tochter am Telefon war, war 100-mal schlimmer.»
SBB kann den Fall nicht verifizieren
SBB-Sprecherin Carmen Hefti sagt auf Anfrage von Nau.ch: «Den auf Reddit geschilderten Fall können wir anhand des Videos nicht unabhängig verifizieren. Schliesslich gibt es viele Berufsgruppen und Unternehmen, wo orangene Kleidung getragen wird.»
Ob der Mann bei der SBB oder einem beauftragten Unternehmen angestellt ist, könne sie nicht sagen.
Unabhängig davon gelte in den SBB-Zügen: «Erlaubt ist, was andere Reisende nicht stört. Wir appellieren an den gesunden Menschenverstand und die gegenseitige Rücksichtnahme.»
Und Hefti stellt klar: «Das gilt selbstverständlich auch für Personen, die während ihrer Reise als SBB-Mitarbeitende erkennbar sind.»
Von ihrem eigenen Personal ebenso wie von den Mitarbeitenden ihrer Partnerunternehmen erwarte die SBB «einen respektvollen und rücksichtsvollen Umgang miteinander». Dasselbe gelte natürlich auch für die Reisenden.
Schweizer ÖV-Unternehmen verzichten auf Busse gegen Kopfhörer-Verweigerer
Dass die Schweiz lieber auf Einsicht als auf Bussen setzt, zeigt auch der Blick auf andere ÖV-Betriebe. Während Irland 100-Euro-Bussen gegen Lärm-Sünder verhängt, setzen Schweizer Unternehmen auf Sensibilisierung und Ermahnungen.
Bei den VBZ gilt: Wer trotz höflicher Aufforderung weiterstört, muss im Zweifelsfall aussteigen. Bussen seien ohnehin Sache der Polizei, erklärte der Verkehrsbetrieb jüngst gegenüber Nau.ch.
Der Hauptstadt-ÖV-Betreiber Bernmobil sieht offenbar wenig Handlungsbedarf. «Unsere Fahrzeuge sind natürlich keine Discos. Unsere Fahrgäste respektieren dies grundsätzlich», hiess es dort.















