In US-Haft: ICE nimmt Schweizerin (23) trotz Green-Card-Antrag fest
Die Zürcherin sitzt in Abschiebehaft, obwohl ihr Aufenthaltsverfahren läuft. Das EDA steht mit Behörden und Angehörigen in Kontakt.

Das Wichtigste in Kürze
- Eine 23-jährige Zürcherin wurde am Flughafen Dallas von der US-Behörde ICE festgenommen.
- Sie sitzt trotz Ehe mit einem US-Bürger und laufendem Green-Card-Antrag in Abschiebehaft.
- Die Schweizerin wurde laut Familie zeitweise gefesselt und nach Oklahoma verlegt.
Eine 23-jährige Schweizerin ist von der US-Einwanderungsbehörde festgenommen worden. Sie befindet sich in Abschiebehaft, obwohl sie mit einem US-Bürger verheiratet ist und eine Aufenthaltsbewilligung beantragt hat. Das Schweizer Aussendepartement bestätigt den Fall.
Die 23-jährige Zürcherin wurde am letzten Freitag am Flughafen in Dallas im US-Bundesstaat Texas verhaftet, wie «Watson» am Donnerstag berichtete. Die Frau sei auf dem Weg zu einem Familientreffen gewesen, als drei Beamte der Einwanderungsbehörde ICE sie abführten.
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigte der Nachrichtenagentur Keystone-SDA den Fall. Das Schweizerische Generalkonsulat in Atlanta stehe in Kontakt mit den zuständigen Behörden und den Angehörigen.
Das EDA könne aber weder Haftentlassungen erwirken noch in Gerichtsverfahren eingreifen, da die Schweiz die Rechtsordnung des jeweiligen Landes respektiere. Gemäss dem EDA können aus Gründen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes keine weiteren Angaben gemacht werden.
Green-Card-Verfahren läuft seit der Heirat
Die Frau war 2023 als Au-pair in die USA gereist, wo sie ihren heutigen Ehemann kennenlernte. Nach der Heirat Mitte 2025 beantragte das Paar eine dauerhafte Aufenthaltsbewilligung (Green Card) für die Schweizerin, wie es weiter hiess.
Während des laufenden Verfahrens konnte sie die USA nicht verlassen. Ihre Aufenthaltsgenehmigung lief gemäss Angaben der Familie im November aus.
Laut Angaben der Familie gegenüber «Watson» wurde die Frau nach der Festnahme zunächst in ein Ausschaffungsgefängnis gebracht. Später wurde sie in eine Haftanstalt im Bundesstaat Oklahoma verlegt.
Dort sei sie «wie eine Schwerverbrecherin behandelt» worden, unter anderem mit Fuss- und Handfesseln. Aktuell befinde sie sich wieder in einem Ausschaffungsgefängnis bei Dallas, wo sie den Raum mit 70 anderen Frauen teile.
Anwälte rechnen mit Abschiebung in die Schweiz
Ein von «Watson» befragter US-Anwalt für Einwanderungsrecht erklärte, dass solche Festnahmen während eines laufenden Green-Card-Verfahrens erst seit der zweiten Amtszeit von Donald Trump üblich seien.
Er sieht darin politisches Kalkül und einen Versuch der Regierung, «die Einwanderung in die USA auf null zu bringen».
Nach Auskunft von Anwälten bleibt der Frau wahrscheinlich nur die freiwillige Ausreise, was mit einer mehrjährigen Einreisesperre verbunden wäre. Die Familie bereite sich auf eine baldige Abschiebung der 23-Jährigen in die Schweiz vor.















