In Nordirland hat nach dem Rückzug von Regierungschefin Arlene Foster der erste Kandidat sich für den Parteivorsitz der unionistischen Partei beworben.
Nordirlands Regierungschefin unter Druck
Arlene Foster, Nordirlands Regierungschefin und Parteivorsitzende der Democratic Unionist Party (DUP), beantwortet Fragen zu ihrer Führung während eines Besuchs im Hammer Youth Centre. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Arlene Foster gab erst kürzlich den Rückzug als Regierungschefin bekannt.
  • Nun hat sich ein erster Kandidat für den Parteivorsitz der unionistischen Partei beworben.
  • Es ist der derzeitige Landwirtschaftsminister Edwin Poots.

In Nordirland hat nach dem Rückzug von Regierungschefin Arlene Foster der erste Kandidat seinen Hut für den Parteivorsitz der unionistischen Partei in den Ring geworfen. Der derzeitige nordirische Landwirtschaftsminister, Edwin Poots, kündigte am Donnerstag auf Twitter an, für die Führung der Democratic Unionist Party (DUP) kandidieren zu wollen.

Unklar ist noch, ob es neben dem 55-Jährigen weitere Bewerber geben wird. Bislang hat es in der DUP noch nie mehrere Kandidaten gleichzeitig für den Posten gegeben.

Stabilität aus beiden Lagern

Foster, die noch bis Ende Mai Parteichefin und bis Ende Juni First Minister (Erste Ministerin) in Nordirland bleibt, hatte am Mittwoch überraschend ihren Rücktritt angekündigt. Die Vertreterin des protestantisch-loyalistischen Lagers in Nordirland war in den vergangenen Monaten in ihrer Partei erheblich unter Druck geraten.

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Das Parteigebäude in Belfast. - Keystone

Die nordirische Regierung wird von den jeweils stärksten Parteien der beiden konfessionellen Lager geführt. Vize-Regierungschefin Michelle O'Neill von der katholisch-republikanischen Sinn Fein, die sich für eine Wiedervereinigung mit der Republik Irland einsetzt, gilt dabei als gleichberechtigt.

Die Vertretung beider Lager in der Regierung soll die fragile Stabilität in der Region gewährleisten – doch zuletzt wuchsen die Spannungen wieder. Mehrfach kam es zu nächtlichen Krawallen und gewaltsamen Zusammenstössen mit der Polizei, es brannten Autos und ein Bus.

Foster und die Brexit-Gespräche

Viele Anhänger der Union mit Grossbritannien fühlen sich durch die Regelungen im Brexit-Abkommen benachteiligt. Foster spielte in ihrer Zeit als DUP-Chefin zeitweise eine herausragende Rolle in den Brexit-Gesprächen. Sie wird unter anderem dafür kritisiert, nicht ausreichend Druck in London ausgeübt zu haben. Wer nach ihr die Unionisten-Partei führen wird, könnte die Entwicklung in der Region entscheidend prägen.

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