Nobelpreiskomitee kritisiert Festnahme Mohammadis

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Norwegen,

Das Norwegische Nobelpreiskomitee hat die Festnahme der iranischen Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi scharf kritisiert. Die Preisträgerin des Jahres 2023 war nach Angaben von Unterstützern am Freitag während einer Gedenkveranstaltung in der ostiranischen Metropole Maschhad von Sicherheitskräften festgenommen worden.

ARCHIV - Auf diesem vom Archiv der Narges-Stiftung via AP veröffentlichten Foto ist die Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi zu sehen, nachdem sie am Mittwoch, dem 4. Dezember ...
ARCHIV - Auf diesem vom Archiv der Narges-Stiftung via AP veröffentlichten Foto ist die Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi zu sehen, nachdem sie am Mittwoch, dem 4. Dezember ... - Keystone/Narges Foundation Archive/AP/Uncredited

Das Komitee sei «zutiefst besorgt über die brutale Festnahme von Narges Mohammadi und einer Reihe anderer Aktivisten», hiess es in einer Mitteilung auf der Webseite des Friedensnobelpreises. Das Komitee forderte die iranischen Behörden auf, umgehend mitzuteilen, wo sich Mohammadi befinde und ihre Sicherheit und ihr Wohlergehen sicherzustellen sowie sie ohne Bedingungen freizulassen.

«Angesichts der engen Zusammenarbeit zwischen den Regimen im Iran und in Venezuela nimmt das Norwegische Nobelpreiskomitee zudem Notiz davon, dass Frau Mohammadi genau dann festgenommen wurde, als der Friedensnobelpreis der venezolanischen Oppositionsführerin María Corina Machado verliehen wurde», hiess es in der Mitteilung weiter.

Die Behörden in Maschhad hatten die Festnahme laut lokalen Medien bestätigt und behauptet, die Menschenrechtsaktivistin sei lediglich «vorübergehend und zu ihrem eigenen Schutz» in Gewahrsam genommen worden. Bei der Gedenkveranstaltung seien Proteste und scharfe Parolen gegen die Führung des Landes gerufen worden. Man habe gewaltsame Zusammenstösse mit Anhängern des Systems verhindern wollen.

Oppositionsquellen widersprachen dieser Darstellung und berichteten über exzessive Gewaltanwendung und vulgäre Beleidigungen durch die Sicherheitskräfte während der Festnahme. Demnach sollen insgesamt 40 Aktivistinnen und Aktivisten festgenommen worden sein.

Den Angaben zufolge hatten sich die Aktivistinnen bei einer Zeremonie für den vor wenigen Tagen verstorbenen Anwalt Chosrow Alikordi versammelt. Der Tod des Verteidigers, der auch politische Gefangene vertrat, hat grosse Bestürzung unter iranischen Menschenrechtsaktivisten ausgelöst. Es gab zugleich Spekulationen über die Umstände seines Todes. Die Justiz erklärte in den Staatsmedien, er sei am Arbeitsplatz an einem Herzinfarkt gestorben.

Mohammadi war 2023 vom norwegischen Nobelkomitee mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Sie erhielt den prestigeträchtigen Preis für ihren Kampf gegen die Unterdrückung von Frauen im Iran sowie für ihren Einsatz für Menschenrechte und Freiheit für alle. Sie verbüsste zuletzt eine langjährige Haftstrafe im berüchtigten Ewin-Gefängnis in Teheran. Wegen gesundheitlicher Probleme hatte sie vor gut einem Jahr Hafturlaub bekommen.

Kommentare

User #3027 (nicht angemeldet)

Sie können es kritisieren, so wie alle Regierungen alles immer verurteilen und kritisieren, aber nützen wird es rein absolut gar nichts! Dem sagt man im Fachchargon: Heuchelei!, denn aktiv handeln sieht anderst aus!

User #5923 (nicht angemeldet)

Nicht Labbern rausholen mitt Allen Mitteln

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